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Jakob Schäuble trat für die FDP als Kandidat für das Amt des Zweiten Bürgermeisters an. Seine Fraktion hat nur zwei Sitze im Stadtrat. Am Ende bekam er 20 Stimmen. Gewählt wurde knapp Franz Wöhrl (CSU). Trotzdem ist das Ergebnis ein Signal. Jakob Schäuble hat verloren. Franz Wöhrl wurde Zweiter Bürgermeister. So steht es im Ergebnis.
Aber klein ist Schäubles Auftritt nicht. Der FDP-Stadtrat trat für eine FDP an, die im neuen Ingolstädter Stadtrat nur mit zwei Mandaten vertreten ist. Trotzdem erhielt er 20 Stimmen. Wöhrl kam auf 27 Stimmen, vier Stimmen waren ungültig. Damit erreichte er nicht alle Stimmen der Koalition aus CSU, SPD und GRÜNEN. Eine Niederlage für Schäuble? Ja, auf den Stimmzetteln, aber keine Randnotiz.
Fairer Einstieg, klarer Anspruch
Schäuble begann seine Bewerbungsrede mit einem Dank an Wöhrl. Trotz der Gegenkandidatur habe es zwischen beiden einen fairen und menschlichen Umgang gegeben. Das sei alles andere als selbstverständlich. Dann wurde es sachlich. Schäuble stellte seine Kandidatur als Angebot an den Stadtrat dar: Politik müsse verbinden, Verantwortung übernehmen und schwierige Entscheidungen gemeinsam tragen. Zusammenarbeit über Fraktionsgrenzen hinweg sei für ihn kein Schlagwort, sondern politischer Ansatz.
Arbeitsauftrag statt Amt
Schäuble verstand das Amt des Zweiten Bürgermeisters nicht als Repräsentationsposten, sondern als Arbeitsauftrag: koordinieren, verbinden, Entscheidungen möglich machen. Ein zentraler Punkt war für ihn der Informationsfluss zwischen Verwaltung und Stadtrat. Entscheidungen könnten nur gut getroffen werden, wenn Informationen vollständig, frühzeitig und transparent vorliegen. Schäuble warb damit nicht als Verwalter des Status quo, sondern als Kandidat für mehr Klarheit, Tempo und Verlässlichkeit – beim Haushalt, in der Verwaltung, bei der Wirtschaft und beim Klinikum.
Haushalt, Wirtschaft, Klinikum
Seine Schwerpunkte setzte Schäuble klar: Konsolidierung des Haushalts nicht nur durch Verzicht, sondern durch bessere Strukturen, Digitalisierung, schnellere Verfahren und weniger Doppelstrukturen. Die Wirtschaft will er stärken, Ansiedlungspolitik zur Priorität machen. Wer investieren wolle, brauche klare Zuständigkeiten, Tempo und Verlässlichkeit. Auch das Klinikum nannte Schäuble ausdrücklich. Es stehe unter Druck. Nötig seien Führung, Transparenz, Stabilisierung und regionale Zusammenarbeit, um die hohe medizinische Qualität zu sichern.
20 Stimmen als klares Signal
Schäubles Vorstellung war ein schlüssiges Kontrastprogramm zu seinem Vorredner, Franz Wöhrl (CSU). Zweiter Bürgermeister wurde er dafür nicht. Aber 20 Stimmen für einen Kandidaten aus einer Zwei-Mandate-Fraktion sind beachtlich. Nach dem Deal von CSU, SPD und GRÜNEN hätte man erwarten können, dass Wöhrl breiter getragen wird. Das geschah nicht. Schäubles Ergebnis zeigt, dass im Stadtrat mehr Bewegung ist, als die neue Rathausachse vermuten lässt.
Wöhrl hat das Amt. Schäuble hat das Signal.
Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.