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Am Ende lagen die Geldscheine in einer Brotzeitbox. Zweimal übergab eine 79 Jahre alte Frau aus Ingolstadt am Dienstagabend je 50 000 Euro an einen unbekannten Mann. Zuvor hatten Betrüger sie am Telefon mit einer erfundenen Notlage unter Druck gesetzt.
Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord erhielt die Rentnerin am frühen Abend einen Anruf auf ihrem Festnetztelefon. Ein Mann behauptete, ihre Tochter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Damit eine verletzte Person sofort operiert werden könne, seien 50 000 Euro nötig. Außerdem sollte die Frau ihre Mobiltelefone ins Wasser werfen – offenbar, damit sie niemanden mehr erreichen und die Geschichte nicht überprüfen konnte.
Wenige Minuten später erschien ein Abholer. Die Seniorin übergab ihm das Geld, verpackt in der Brotzeitbox. Kurz darauf folgte ein weiterer Anruf. Wieder forderten die Täter 50 000 Euro, diesmal mit der Begründung, die Verletzungen der Tochter müssten versorgt werden. Auch diese Summe übergab die Frau wenige Minuten später an denselben Mann.
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Der Fall folgt einem bekannten Muster: Die Täter setzen auf Angst, Zeitdruck und die Sorge um Angehörige. Gerade bei Schockanrufen bleibt den Betroffenen scheinbar keine Gelegenheit, die Angaben zu prüfen. Deshalb rät die Polizei, solche Gespräche sofort zu beenden, Angehörige unter bekannten Nummern selbst anzurufen und niemals Geld oder Wertsachen an Unbekannte zu übergeben.
Der Abholer wird als etwa 1,65 Meter groß beschrieben. Er soll ein rundes Gesicht gehabt und schwarze Kleidung getragen haben. Die Polizei sucht Zeugen, die am Dienstag zwischen 20 und 20.20 Uhr im Bereich der Goethestraße, zwischen Gutenbergstraße und Kurt-Huber-Straße, verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei unter 0841/9343-0 entgegen.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord; redaktionell bearbeitet.