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Im Schreinerhandwerk geht es längst nicht mehr nur um Holz, Maschinen und Aufträge. Immer häufiger geht es um Nachweise, Formulare und neue Vorgaben. Bei der Innungsversammlung der Schreinerinnung Ingolstadt-Pfaffenhofen wurde deutlich, wie stark Bürokratie, gesetzliche Regeln und steigende Kosten inzwischen den Alltag vieler Betriebe bestimmen.
Obermeister Jürgen Seißler rückte bei der Versammlung vor allem jene Fragen in den Mittelpunkt, die das Handwerk vor Ort seit Längerem beschäftigen: Wie lassen sich Genehmigungsverfahren beschleunigen? Wie können Betriebe mehr Planungssicherheit bekommen? Und wo finden Handwerker künftig noch bezahlbare, ortsnahe Gewerbeflächen?
Zuletzt hatte es dazu ein Gespräch von Vertretern des Handwerks mit der Stadt Ingolstadt gegeben. Daran nahmen neben Seißler auch Handwerkskammerpräsident Franz Xaver Peteranderl, Oberbürgermeister Michael Kern und Vertreter der Stadtverwaltung teil. Das Format soll den Austausch mit der Stadtspitze verstetigen. Aus Sicht des Handwerks gibt es vor allem bei Bauanträgen und Genehmigungen weiter Verbesserungsbedarf. Verwaltungsabläufe sollten pragmatischer und digitaler werden. Auch der Handwerkerparkausweis soll einfacher geregelt werden.
Dass die Belastung der Betriebe nicht allein aus dem Rathaus kommt, zeigte der Vortrag von Oliver Dawid vom Fachverband Schreinerhandwerk Bayern. Er sprach über steigende Beiträge zur Berufsgenossenschaft, Schulungen für Altgesellen, Gefährdungsbeurteilungen und psychische Gefährdungsbeurteilungen. Hinzu kommen neue Regeln wie der geplante digitale Produktpass und die Folgen der EU-Entwaldungsrichtlinie.
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass viele dieser Themen längst im betrieblichen Alltag angekommen sind. Besonders der wachsende Aufwand für Dokumentations- und Nachweispflichten stößt bei den Mitgliedsbetrieben auf Kritik. Die Innung fordert deshalb vor allem praktikable Lösungen, die kleine und mittlere Unternehmen nicht zusätzlich ausbremsen.
Neben den politischen Themen befasste sich die Versammlung auch mit der eigenen Organisation. Die Rechnungsprüfung für das Geschäftsjahr 2025 blieb ohne Beanstandungen, der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Außerdem wurde der Haushalt für 2026 vorgestellt.
Für die Innung geht es nun darum, die Interessen der Betriebe gegenüber Politik, Verwaltung und Fachverband weiter zu bündeln. Ob aus den Gesprächen über Bürokratieabbau tatsächlich spürbare Erleichterungen werden, bleibt offen. Für viele Schreiner dürfte am Ende entscheidend sein, wie viel Zeit ihnen neben Formularen, Nachweisen und neuen Vorgaben noch für ihr eigentliches Handwerk bleibt.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Medieninformation der Schreinerinnung Ingolstadt-Pfaffenhofen; redaktionell bearbeitet.