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Ingolstädter Silvesterfeinstaubrekord: GRÜNE Bürgermeisterin setzt auf Selbstverantwortung der Bürger

Ingolstädter Silvesterfeinstaubrekord: GRÜNE Bürgermeisterin setzt auf Selbstverantwortung der Bürger

(tt) Am Neujahrstag wurde in Ingolstadt an der Münchener Straße ein Tagesmittelwert von 222 Mikrogramm Feinstaubpartikel pro Kubikmeter Luft gemessen. Der bayrische Rekordwert. O-T(h)öne bat die Pressestelle der Stadt Ingolstadt Anfang des Jahres um Auskunft, welche Konsequenzen die Stadt Ingolstadt aus diesem Messergebnis für künftige Jahreswechsel zieht.

Aus der Erfahrung der Vorjahre und aus anderen Städten ist bekannt, dass bei der Feinstaubmessung an Silvester und dem Neujahrstag regelmäßig Spitzenwerte erzielt werden, teilt Stadtsprecher Michael Klarner für die Stadtverwaltung mit. Er führt aus, dass es für die neue Messtation des Landesamtes für Umwelt an der Münchener Straße die erste „reguläre“ Silvesternacht nach Corona war. „Werden aufgrund des angrenzenden Wohngebietes unmittelbar neben der Messstation Böller und Raketen abgeschossen, ergibt dies einen punktuellen Messwert, der nicht repräsentativ für die Luftqualität im gesamten Stadtgebiet ist“, so Klarner. Diese örtliche Besonderheit der neuen Messtation und deren Auswirkungen werden mit dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) noch im Detail erörtert, um die Messwerte des Neujahrstags einordnen zu können.
 
Die Stadtverwaltung verweist darauf, dass ein Tagesmittelwert von 222 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Atemluft sehr deutlich über dem in der 39. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (39. BImSchV) vorgegebenen Immissionsgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter liegt. Diese Verordnung erlaube jedoch eine Überschreitung des Immissionsgrenzwertes an 35 Tagen im Kalenderjahr. Da das Jahr erst begonnen habe, sei es für eine Aussage über einen sich anbahnenden Konflikt mit den immissionsschutzrechtlichen Vorgaben zu früh.  Die Überschreitung des Immissionsgrenzwertes an 37 Tagen im Jahre 2006 habe im Jahre 2007 zur Aufstellung eines Luftreinhalteplanes für das Stadtgebiet geführt. Die Überschreitungen des zulässigen Tagesmittelwertes seien seitdem rückläufig. Die „35-Tage-Hürde“ seither nicht mehr gerissen worden. Das Umweltamt werde deshalb keine rechtlichen Maßnahmen gegen diese Neujahrs-typische Überschreitung des Immissionsgrenzwertes für Feinstaub empfehlen.

Bürgermeisterin Petra Kleine wird in der Antwort der Stadt wie folgt zitiert: „Zunehmend wird die Silvesterknallerei in der Bevölkerung kritisch gesehen. Die Folgen der Silvesterknallerei sind neben einer hohen Feinstaubbelastung überbordender Müll, Lärm und Verletzungen, jedes Jahr warnen die Kliniken und weisen auf die hohe zusätzliche Belastung durch Unfälle hin. Vor Ort können und sollten wir deutlich an die Selbstverantwortung der Bürgerinnen und Bürger appellieren“.

Die Stadtverwaltung verweist darauf, dass ein generelles Feuerwerksverbot auf lokaler Ebene nicht gelöst werden kann und dies an übergeordneter Stelle zu diskutieren und zu beschließen ist.  Das private Feuerwerk zu Silvester sei nur zu vorgegeben festen Zeiten am 31. Dezember und 1. Januar erlaubt. Darüber hinaus würden in Bayern bei Verstößen hohe Bußgelder drohen. „Menschen in den Vierteln, Haustiere und Wildtiere leiden enorm an den tagelagen Böllereien vor, nach und auch in der Silvesternacht“, sind sich die Verantwortlichen der Stadtverwaltung bewusst.

Quelle: Eigene Berichterstattung.

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