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Im Ingolstädter Stadtrat wächst der Druck, über die Zukunft der Gesundheitsversorgung zu beraten. Die SPD-Stadträte Quirin Wiity und Anton Böhm verlangen eine öffentliche Sondersitzung, an der neben der Geschäftsleitung des Klinikums auch Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach teilnehmen soll.
Bereits im Mai baten sie um eine Klausur des Klinikums-Aufsichtsrats, um Fragen der Notfallversorgung und des Defizits zu erörtern. Eine Antwort blieb aus. Im Juli folgte ein Antrag zur Situation der Notaufnahme. Zwar kündigte die Klinik Kösching an, die Notfallversorgung vorerst fortzuführen. Doch sehen Böhm und Wiity zusätzlichen Handlungsbedarf: Die Notaufnahme in Ingolstadt müsse qualitativ und quantitativ so ausgestattet werden, dass Patienten ohne lange Wartezeiten behandelt werden können.
Die beiden Stadträte fordern zudem, dass die Kosten nicht allein von der Stadt getragen werden, sondern auch vom Freistaat und den umliegenden Landkreisen.
Strittig ist aus ihrer Sicht die sogenannte Medizinstrategie. Sie regen einen Plan B an, falls die regionale Zusammenarbeit scheitert oder sich verzögert. Erste Überlegungen, die Kooperation zu beenden, kritisieren sie. Ingolstadt drohe dadurch, sich zu isolieren.
Auch strukturelle Fragen wollen die Initiatoren zur Sprache bringen. Im Vergleich zu Erlangen, Würzburg, Regensburg und Augsburg sei die Region im Leistungsumfang benachteiligt. Langfristig solle das Klinikum den Rang einer Hochschulklinik erhalten. Zusätzlichen Druck bringt die Insolvenz der Maul-Klinik, die nach Einschätzung der SPD den Andrang in der Ingolstädter Notaufnahme verstärken könnte.
Bislang gebe es keinen gemeinsamen Fahrplan im Stadtrat, heißt es in ihrer Mitteilung. Stattdessen wachse die Unsicherheit in Stadt und Region. Die für den 22. September angesetzte Informationsveranstaltung für Teile des Stadtrats halten Böhm und Wiity für unzureichend.
Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.
