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SPD: Theaterbau darf kein Lost Place werden

Manchmal beginnt der Verfall eines Hauses nicht mit bröckelndem Beton, sondern mit vertagten Entscheidungen. Am Ingolstädter Theaterplatz fürchtet die SPD-Stadtratsfraktion genau das: dass der Hämer-Buro-Bau über Jahre in eine unklare Zwischenlage gerät. Die Fraktion fordert deshalb, die Sanierung des Gebäudes jetzt mit einem konkreten Fahrplan voranzutreiben.

Der Antrag richtet sich an die Stadtverwaltung. Sie soll realistische Perspektiven für eine abschnittsweise Sanierung entwickeln und verschiedene technisch mögliche Varianten prüfen. Dabei geht es nicht nur um Baufragen, sondern auch um Kosten, Zeitpläne, Fördermöglichkeiten, Risiken und die Frage, welche Teile des Gebäudes während einer Sanierung weiter genutzt werden können.

Der Hämer-Buro-Bau prägt seit rund sechs Jahrzehnten den Theaterplatz. Mit ihm verbindet sich ein wesentlicher Teil des kulturellen Lebens in Ingolstadt. Zugleich ist die Lage schwieriger geworden: Der Theaterbetrieb im Großen Haus ist eingestellt, der Festsaal kann nach Darstellung der SPD absehbar nur noch bis Sommer 2027 genutzt werden. Damit rückt die Frage näher, was aus dem Gebäude wird, bevor aus einer Übergangsphase ein längerer Leerstand entsteht.

Die SPD verlangt keine Sanierung in einem großen Schritt, sondern einen schrittweisen, finanzierbaren Ansatz. Auch die Überlegung, Werkstätten zunächst am Standort zu belassen, unterstützt die Fraktion. Der Theaterplatz soll während möglicher Bauphasen nicht an Aufenthaltsqualität verlieren.

Besonders im Blick steht der Festsaal. Die Stadt soll prüfen, ob er möglichst bald zumindest eingeschränkt nutzbar gemacht werden kann. Vereine, Initiativen, Kulturträger und Veranstalter seien auf bezahlbare Räume in der Innenstadt angewiesen. Das Theater am Glacis bietet zwar eine Übergangslösung für den Spielbetrieb, löst aber nicht die Zukunftsfrage des Hämer-Buro-Baus.

Zudem fordert die SPD frühe Gespräche mit der Regierung von Oberbayern und dem Freistaat über Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten. In der angespannten Haushaltslage soll der Stadtrat regelmäßig über den Stand informiert werden, damit die Sanierung nicht erneut in Grundsatzdebatten steckenbleibt.

Am Theaterplatz geht es damit um mehr als ein Gebäude. Es geht um die Frage, ob Ingolstadt einen zentralen Kulturort erhalten kann, ohne sich finanziell zu übernehmen. Und darum, wie lange eine Stadt warten darf, bevor Stillstand selbst zum teuersten Szenario wird.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der SPD-Stadtratsfraktion Ingolstadt; redaktionell bearbeitet.

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