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103 Tiefbaustellen verzeichnete Ingolstadt am 21. August. Wo mehrere Maßnahmen gleichzeitig laufen, können Sperrungen und Umleitungen einander verstärken und den Verkehr auch weit entfernt von der eigentlichen Baustelle treffen. Die SPD-Stadtratsfraktion will deshalb prüfen lassen, ob sich solche Auswirkungen künftig digital simulieren lassen.
Die Verwaltung soll untersuchen, welche Werkzeuge und Methoden dafür geeignet wären. Im Mittelpunkt steht nicht eine bestimmte Software, sondern die Frage, ob Baustellen der Stadt und der Spartenträger besser aufeinander abgestimmt werden können. Verkehrsströme, unterschiedliche Bauphasen und Sperrungen könnten bereits vor Baubeginn durchgespielt, Abhängigkeiten zwischen Projekten früher erkannt werden.
Als Referenz nennt die SPD Nürnberg. Dort läuft seit Februar 2026 ein auf drei Jahre angelegtes Pilotprojekt. Eine Software bildet Verkehrsströme, geplante Baumaßnahmen und deren zeitlichen Ablauf digital ab. So sollen Engpässe früher sichtbar und Bauarbeiten besser koordiniert werden. Für Ingolstadt verweist die Fraktion auf bereits vorhandene Grundlagen: das Verkehrsmodell der Stadt, das Geoportal und die Kompetenzen der Technischen Hochschule Ingolstadt. Auch der geplante urbane digitale Zwilling könnte künftig Daten aus verschiedenen Bereichen miteinander verknüpfen.
Bevor über eine Einführung entschieden wird, verlangt die SPD allerdings eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Die Verwaltung soll verschiedene Lösungen vergleichen und darstellen, was Anschaffung, Einführung, Betrieb und Pflege kosten würden. Ebenso soll geprüft werden, welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen nötig wären und welchen verkehrlichen und volkswirtschaftlichen Nutzen eine bessere Baustellenkoordination bringen könnte. Erst danach soll sich zeigen, ob digitales Baustellenmanagement für Ingolstadt mehr sein kann als eine technisch interessante Idee.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Pressemitteilung der SPD-Stadtratsfraktion Ingolstadt; redaktionell bearbeitet.