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An warmen Tagen wird am Baggersee schnell sichtbar, was Naherholung in der Stadt auch bedeutet: volle Ufer, liegen gebliebener Müll, Streit um Platz und Rücksicht. Die SPD-Fraktion im Ingolstädter Stadtrat will darauf mit einem Pilotprojekt reagieren. Ehrenamtliche „Baggersee-Ranger“ sollen nach ihrem Vorschlag am See und an stark besuchten Donauabschnitten unterwegs sein – nicht mit zusätzlicher Kontrolle, sondern als Ansprechpartner.
Die Fraktion beantragt, die Stadtverwaltung mit einem Konzept für das Projekt zu beauftragen. Anlass sind nach ihren Angaben wiederkehrende Probleme in den Sommermonaten: Vermüllung, Nutzungskonflikte und Belastungen für Natur und Umwelt. Die Ranger sollen Besucher über geltende Regeln informieren, für Naturschutz sensibilisieren und bei Konflikten vermitteln.
Damit setzt der Vorschlag auf Präsenz, bevor sich Ärger verfestigt. Neue Verbote stehen nach Darstellung der SPD nicht im Mittelpunkt. Vielmehr sollen Ehrenamtliche helfen, die viel genutzten Erholungsräume sauberer zu halten und den Umgang zwischen unterschiedlichen Nutzergruppen zu entspannen.
Für das Projekt sollen lokale Akteure eingebunden werden, darunter Naturschutzverbände, Wasserwacht, Sport- und Fischereivereine, Schulen und Jugendorganisationen. Vorgesehen ist auch eine Schulung, damit die Freiwilligen auf ihre Aufgaben vorbereitet sind. Welche Befugnisse sie hätten, wie oft sie unterwegs wären und wer die Einsätze koordiniert, müsste die Verwaltung noch klären.
Das Pilotprojekt soll zeitlich befristet starten. Nach der ersten Saison soll der Stadtrat einen Erfahrungsbericht mit Empfehlungen erhalten. Zugleich soll geprüft werden, ob Förderprogramme, Sponsoren oder Kooperationen die Kosten für die Stadt niedrig halten können.
Ob der Vorschlag umgesetzt wird, entscheidet der Stadtrat. Klar ist schon jetzt: Die Debatte über den Baggersee ist auch eine über die Frage, wie viel Lenkung stark genutzte Freizeitorte brauchen.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der SPD-Stadtratsfraktion Ingolstadt; er wurde redaktionell bearbeitet.