Anzeige

Spritpreise steigen stärker als im EU-Durchschnitt

Der Krieg im Iran lässt die Ölpreise steigen – und mit ihnen die Preise an deutschen Tankstellen. Doch der Anstieg fällt hierzulande offenbar deutlich stärker aus als im europäischen Durchschnitt.

Nach Daten der EU-Kommission sind die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland in der vergangenen Woche mehr als doppelt so stark gestiegen wie im EU-weiten Mittel. Höhere Spritpreise bei steigenden Rohstoffkosten seien zunächst nachvollziehbar, sagt der Wettbewerbsökonom Tomaso Duso vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Problematisch werde es jedoch, wenn die Preise an den Zapfsäulen stärker zulegen als die Kosten für Rohöl.

Steuern und Abgaben spielten dabei kaum eine Rolle, da sie größtenteils festgelegt sind. Als Ursache nennt Duso vielmehr die Marktstruktur. Wenige große, integrierte Konzerne kontrollieren Raffinerien, Großhandel und Tankstellennetze zugleich. Das könne den Wettbewerbsdruck dämpfen.

Das Bundeskartellamt beobachtet die Preisentwicklung über seine Markttransparenzstelle für Kraftstoffe. Zudem hat die Behörde nach einer Sektoruntersuchung ein Verfahren eingeleitet, um mögliche Wettbewerbsprobleme im Mineralölmarkt zu prüfen. Schnelle Preiskorrekturen seien über das Kartellrecht jedoch nicht zu erwarten.

Vorschläge wie ein Tankrabatt, eine Übergewinnsteuer oder staatliche Preisdeckel hält Duso für wenig geeignet. Als Alternative verweist er auf das österreichische Modell: Tankstellen dürfen ihre Preise nur einmal täglich erhöhen, während Senkungen jederzeit möglich sind.

Langfristig seien vor allem mehr Transparenz im Großhandel und stärkere Marktchancen für unabhängige Anbieter nötig, um den Wettbewerb zu erhöhen.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin); redaktionell bearbeitet.

Diesen Beitrag teilen