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Die Stadt will bei Museen, Beauftragten und Nachwuchskräften kürzen. Das neue Personalpaket soll den Haushalt 2027 um rund 850.000 Euro entlasten. Bis 2029 soll der jährliche Spareffekt auf etwa 1,31 Millionen Euro steigen.
An diesem Mittwoch berät der Ausschuss für Finanzen und Personal über die Pläne. Eine Woche später soll der Stadtrat entscheiden. Gespart werden soll vor allem über frei werdende Stellen, auslaufende Befristungen und weniger Aufgaben.
Nach Angaben der Verwaltung wurden erstmals sämtliche Aufgaben daraufhin geprüft, ob sie gesetzlich vorgeschrieben oder freiwillig sind. Rund 80 Prozent gelten als Pflichtaufgaben. Der Spielraum für Kürzungen ist deshalb begrenzt. Entlastung verspricht sich die Stadt auch von niedrigeren Standards, einfacheren Abläufen und mehr Automatisierung.
Am stärksten betroffen wären die städtischen Museen. Dort sollen Stellenanteile im Umfang von rund sechs Vollzeitstellen entfallen. Drei dieser Stellenanteile waren bereits als künftig wegfallend vorgesehen.
Die Leitung des Deutschen Medizinhistorischen Museums soll nach dem Ausscheiden der derzeitigen Leiterin zunächst drei Jahre lang nicht neu besetzt werden. Verkleinert werden außerdem das Geschäftszimmer sowie die Bereiche Inventarisierung, graphische Sammlung, Depotverwaltung und Geschichtsforschung. Auch die Stelle eines Buchbinders soll wegfallen.
Die Folgen nennt die Verwaltung selbst: Weniger konzeptionelle und strategische Arbeit, eine kleinere Führungsebene und längere Bearbeitungszeiten bei Sammlungen, Inventarisierung und Depotverwaltung.
Für Arbeiten zur Geschichte der Stadt Ingolstadt soll künftig kein städtisches Personal mehr eingesetzt werden. Das Projekt über die Opfer des Nationalsozialismus soll bis zum Jahresende weitgehend abgeschlossen sein. Zugleich soll das Stadtarchiv aus dem Zentrum Stadtgeschichte herausgelöst und dem Direktorium zugeordnet werden.
Auch bei Gleichstellung, Inklusion, Integration und Antidiskriminierung sind Kürzungen geplant. Zusammen verfügen diese Bereiche derzeit über Stellenanteile im Umfang von 5,53 Vollzeitstellen. Künftig sollen es 4,27 sein. Wie die verbleibenden Anteile verteilt werden, ist noch offen.
Nach Darstellung der Stadt könnten damit alle Pflichtaufgaben und der überwiegende Teil der freiwilligen Aufgaben weitergeführt werden. Gespräche mit den Beauftragten laufen.
Für die Antidiskriminierungsstelle fehlt weiterhin eine endgültige politische Entscheidung. Sie war 2022 zunächst für eine zweijährige Erprobungsphase eingerichtet worden. Danach wurde weder über eine dauerhafte Fortführung noch über ein Ende entschieden. Die Stelle besteht bis heute mit vier Wochenstunden weiter.
Den größten finanziellen Effekt erwartet die Stadt von weniger Nachwuchskräften. In den Einstellungsjahren 2026 und 2027 sollen weniger junge Beschäftigte aufgenommen werden. Ihr Umfang soll bis Anfang 2028 von derzeit rund 150 auf etwa 90 Vollzeitäquivalente sinken.
Allein dadurch sollen 2027 rund 554.000 Euro eingespart werden. Für 2028 nennt die Verwaltung 631.000 Euro, für 2029 rund 685.000 Euro. Darin sind auch Sachkosten enthalten.
Bereits gekürzt wurden Angebote der Personalentwicklung. Weil vor allem Teamentwicklung, Führungskräfteentwicklung und Konfliktmanagement zurückgefahren wurden, entfiel dort rechnerisch eine Vollzeitstelle.
Weitere Stellen sollen im Bürgeramt, in der Führerscheinstelle und im Sozialamt wegfallen. Betroffen sind die Bearbeitung von Einbürgerungen und Führerscheinen sowie Leistungen für Asylbewerber. Zwei der drei Stellen sind bereits unbesetzt.
Auch im Gesundheitsamt soll nach Abschluss der Einführung der Software Octoware eine Stelle entfallen. Die Stelle für das Clustermanagement Kultur- und Kreativwirtschaft wird ebenfalls gestrichen. Grundlage dafür ist allerdings ein bereits im Vorjahr gefasster Beschluss zur Auflösung des Wirtschaftsreferats und zur Verlagerung von Aufgaben an die IFG.
Nicht alle Stellen, die bislang als künftig wegfallend gelten, sollen tatsächlich verschwinden. Im Stellenplan sind 72,5 Vollzeitäquivalente bis Ende 2026 entsprechend gekennzeichnet. Ein großer Teil davon bleibt jedoch bestehen.
Das betrifft vor allem Pflichtaufgaben im Sozialamt, Jobcenter, Allgemeinen Sozialdienst, in der Führerscheinstelle und im Amt für Kinderbetreuung. Auch Stellen in der Schul-IT, im Standesamt, im Energiemanagement und bei der Digitalisierung von Bauakten sollen weitergeführt werden.
Andere Stellen bleiben vorerst bestehen. Dort will die Stadt abwarten, wie sich Projekte und Fallzahlen entwickeln. Das betrifft unter anderem Bereiche am Schlachthof, in der Schulverwaltung, im Gesundheitsamt und bei der Betreuung von Asylbewerbern.
Stellen für freiwillige Aufgaben ohne eine Förderung von mindestens 50 Prozent sollen dagegen grundsätzlich entfallen. Konkret trifft das vor allem die Museen. Stärker geförderte Stellen in Kindertageseinrichtungen, Praxisklassen und der Flüchtlingsberatung sollen vorerst erhalten bleiben.
Eine geplante Reform der Förderung von Kindertageseinrichtungen könnte die Stadt zusätzlich entlasten. Für Verwaltungsassistenzkräfte und sogenannte Helfende Hände mit zusammen 16,5 Vollzeitäquivalenten trägt Ingolstadt derzeit nach einer ersten Hochrechnung rund 275.000 Euro im Jahr.
Ab 2027 könnte der Eigenanteil auf etwa 5.000 Euro sinken. Die Gesetzgebung ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Die betroffenen Stellen sollen deshalb zunächst verlängert werden. Über das Gesamtpaket entscheidet der Stadtrat am 29. Juli.
Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.