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Stadtrat Schickel bewirbt sich um Listenplatz bei der UWG

Seit Ende Juli 2025 prägt die Personalie Matthias Schickel regelmäßig die Schlagzeilen der Ingolstädter Kommunalpolitik. Damals kündigte der Stadtrat an, nicht mehr auf der CSU-Liste zu kandidieren, schloss einen Parteiwechsel jedoch aus.

Nun gibt es eine weitere, konkrete Entwicklung: Schickel bewirbt sich um einen Listenplatz auf der Liste der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) für die Stadtratswahl im März 2026.

Verbleib bis 2026 in der CSU-Fraktion

Schickel betont auf Nachfrage gegenüber dem Nachrichtenportal O-T(h)öne Kontinuität für die laufende Wahlperiode. Er beabsichtige nicht, die CSU-Stadtratsfraktion vor März 2026 zu verlassen, betont er. Bis zum Ende der Amtszeit wolle er seine Arbeit im Stadtrat fortsetzen. Auch an seiner Mitgliedschaft in der Christlich-Sozialen Union hält er nach eigenen Angaben fest. Oberbürgermeister Michael Kern (CSU) sei von seiner Absicht bereits unterrichtet.

Inhaltlich sieht sich Schickel weiterhin als christlich-sozial und konservativ geprägt. Daran habe sich nichts geändert, erklärt er. Die Bewerbung bei der UWG versteht er als kommunalpolitische Option für die kommende Wahlperiode.

Parteistatuten und Konkurrenzsituation

Diese Konstellation steht allerdings im Spannungsfeld zu den parteiinternen Regeln der CSU. Nach den Statuten der CSU gilt eine Kandidatur auf einer fremden Liste als unvereinbar mit der Parteimitgliedschaft. Hinzu kommt: Die UWG tritt bei der Stadtratswahl im März 2026 mit einer eigenen Liste an – in direkter Konkurrenz zur CSU. Ob und welche parteirechtlichen Konsequenzen sich daraus ergeben könnten, ist derzeit offen. .

„Bewusst auf dem letzten Platz“

Gegenüber O-T(h)öne betonte Schickel, dass seine Bewerbung nicht aus persönlichem Ehrgeiz erfolge. „Ich kandidiere für den Stadtrat auf der Liste der UWG Ingolstadt – bewusst auf dem letzten Platz“, erklärt Schickel. Ziel sei es, eine unabhängige Wählergemeinschaft zu unterstützen, nicht eine eigene politische Karriere voranzutreiben.

Zugleich hält er an seiner Parteibindung fest. „Ich möchte gerne Mitglied der CSU bleiben: loyal, konstruktiv und offen – aber auch mir und meinen Überzeugungen treu“, so der Stadtrat. In der aktuellen Konstellation sehe er für sich dort jedoch kaum politische Perspektiven. Deshalb habe er sich entschieden, seinen Beitrag „auf einem anderen Weg zu leisten – sachlich, respektvoll und über Parteigrenzen hinweg“.

Schickel unterstreicht seinen Anspruch an die kommunale Arbeit: „Kommunalpolitik braucht Zusammenarbeit. Politik ist für mich keine Karrierefrage, sondern eine Frage der Verantwortung.“ Diese Verantwortung definiert er auch biografisch – als Familienmensch und als jemand, dem Zusammenhalt und Bildung besonders am Herzen liegen.

Als Schulleiter des Katharinen-Gymnasiums Ingolstadt verweist Schickel auf konkrete Herausforderungen im schulischen Alltag. Die Sanierung der Schule, der Umgang mit zunehmend auffälligen Schülern sowie die wachsende Belastung für Lehrkräfte, Eltern und Kinder zeigten ihm täglich, wie entscheidend funktionierende kommunale Entscheidungen seien.

Sein Fazit fällt deutlich aus: „Wir brauchen kritische Kooperation im Stadtrat – nicht dogmatisch verengte Konfrontation.“

Eine Personalie mit Signalwirkung

Die Bewerbung eines amtierenden CSU-Stadtrats um einen Listenplatz bei einer konkurrierenden Wählergemeinschaft unterstreicht die politische Dynamik in Ingolstadt. Sie markiert keinen Rückzug aus der Kommunalpolitik, sondern eine mögliche Neuaufstellung – ohne öffentliche Spekulationen über Listenplätze oder Wahlausgänge.

Fest steht: Die Personalie Matthias Schickel bleibt ein Faktor in der Ingolstädter Kommunalpolitik – auch mit Blick auf die Stadtratswahl im März 2026.

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung. Lesen sie auch den Kommentar: Stadtrat Schickel treibt die CSU in einen Konflikt

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