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Noch bevor über die eigentliche Sanierung des Stadttheaters entschieden wird, soll der Stadtrat heute 11 Millionen Euro für weitere Planungsleistungen freigeben. Der politische Wille zur Erneuerung des Gebäudes ist vorhanden – eine verbindliche Entscheidung wird jedoch auf Mitte 2026 vertagt. Damit kann das Thema aus dem Kommunalwahlkampf herausgehalten werden – wenn dies gelingt. Die Stadtratswahl findet im Frühjahr 2026 statt. Die vierte Stadtratssitzung des Jahres beginnt um 10 Uhr und wird per Livestream übertragen.
Theaterbetrieb wird eingestellt
Der reguläre Theaterbetrieb soll zum Herbst 2026 eingestellt werden. Der Festsaal und die Gastronomie dürfen bis Juli 2027 weitergeführt werden – jeweils unter dem Vorbehalt der technischen Betriebssicherheit. Anschließend wird das Gebäude vollständig geschlossen.
11 Millionen Euro für Planung
Zur Abstimmung steht die Freigabe von 11 Millionen Euro für die Fortführung der Entwurfs- und Genehmigungsplanung durch die kommunale INKoBau GmbH – aufgeteilt auf zwei Haushaltsjahre: 6 Millionen Euro im Jahr 2025, 5 Millionen im Jahr 2026. Die Mittel sollen teilweise durch Umschichtungen aus dem Schulbauhaushalt finanziert werden.
Nach Vorberatungen in den zuständigen Ausschüssen gilt eine breite Mehrheit als sicher. Auch eine einstimmige Beschlussfassung ist nicht ausgeschlossen.
Unklare Förderkulisse
Die derzeitige Kalkulation zur Theatersanierung beläuft sich auf rund 180 Millionen Euro brutto. Hinzu kommen rund 21 Millionen Euro an voraussichtlichen Preissteigerungen bis zur Fertigstellung sowie ein Risikopuffer von 40 Millionen Euro, der unvorhergesehene technische oder denkmalpflegerische Aufwände abdecken soll. Insgesamt ergibt sich ein möglicher Finanzbedarf von knapp 242 Millionen Euro. Der Fördersatz kann bis zu 75 Prozent der zuweisungsfähigen Ausgaben betragen. Ein entsprechender Förderantrag soll im Jahr 2027 gestellt, mit dem Bau 2028 begonnen und das Haus zur Spielzeit 2032/33 wiedereröffnet werden.
Mit den beauftragten Gutachten soll auch ermittelt werden, welche Maßnahmen tatsächlich förderfähig sind. Im Stadtrat gibt es die Befürchtung, dass nicht alle Maßnahmen durch staatliche Zuschüsse gedeckt werden – was zusätzliche Belastungen für den städtischen Haushalt nach sich ziehen könnte.
Ein Gebäude mit Geschichte – und Mängeln
Das 1965 eröffnete Gebäude gilt als bedeutendes Beispiel der Nachkriegsmoderne. Die technischen Anlagen stammen überwiegend aus der Bauzeit. Mittlerweile bestehen erhebliche Mängel bei Brandschutz, Gebäudetechnik und Betriebssicherheit. Ein Weiterbetrieb ohne grundlegende Sanierung wäre laut Verwaltung nur unter erheblichen Auflagen und mit deutlich erhöhten Betriebskosten möglich.
Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung. Die Angaben beruhen auf den amtlichen Vorlagen V0439/25 und V0479/25 der Stadt Ingolstadt, Stand 29. Juli 2025.
