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Die Unabhängige Wählergemeinschaft Ingolstadt (UWG) erklärt ihr Ergebnis bei der aktuellen Stadtratswahl in Ingolstadt. Grundlage ist eine Wahlanalyse – aus den eigenen Reihen. Das Ziel: drei Sitze, Fraktionsstärke. Geworden sind es zwei. Innerhalb der UWG gilt das dennoch als Erfolg. Die Erklärung folgt gleich mit: mangelnde Bekanntheit. Die Marke sei „noch nicht verankert“, heißt es in der Presseinformation zur aktuellen Kommunalwahl.
Dann die Konsequenz. Man müsse „lauter“ werden. Mehr Präsenz, mehr Sichtbarkeit, näher ran an die Bürger. Der UWG-Vorsitzende Michael Mißlbeck, der selbst den Einzug in den Stadtrat verpasst hat, formuliert das so: „Nach der Wahl ist vor der Wahl.“ Und: „Wir Ingolstädter geben nicht auf.“
Was fehlt, fällt sofort auf. Keine Zahlen. Keine Auswertung des Wahlverhaltens. Keine belastbaren Hinweise aus dem Wahlkampf. Die zentrale These bleibt damit genau das: eine.
Das passt zum Wahlkampf davor. Die UWG verzichtete auf ein klassisches Wahlprogramm. Keine Prioritäten, keine Festlegungen. Stattdessen: Bürgerdialog und ein Grundsatzprogramm, das vieles abdeckt, aber wenig festlegt. Viele Ziele, wenig Richtung. Was Vorrang hat, was finanzierbar ist, worauf verzichtet werden müsste – offen. Auch der Bürgerdialog löst das nicht. Vorschläge sammeln ist das eine. Sie gegeneinander abzuwägen und Entscheidungen zu treffen, das andere. Genau dort blieb die UWG vage.
Die Wahlanalyse setzt das fort. Ein Problem wird benannt. Belege fehlen. Die Konsequenzen bleiben allgemein. Der Vergleich drängt sich auf. Die Junge Union trat 2020 erstmals mit eigener Stadtratsliste an. Zwei Sitze auf Anhieb. Kaum Vorlauf. Ähnlich die Unabhängigen Demokraten Ingolstadts bei ihrem ersten Antreten im selben Jahr.
Und die UWG selbst? Seit 2020 im Stadtrat. Hervorgegangen aus dem Zusammenschluss von UDI und Bürgergemeinschaft Ingolstadt. Vier Mandate, also Fraktionsstärke. Über Jahre präsent – und trotzdem „nicht verankert“? Die Analyse beantwortet das nicht.
Ein weiterer Punkt taucht dort gar nicht auf. Christian Lange, Fraktionsvorsitzender der UWG, ist seit Jahren im Stadtrat aktiv. Bereits von 2014 bis 2020, damals für die Bürgergemeinschaft, fiel er mit deutlichen Wortmeldungen auf. Profilierter, streitbarer Kommunalpolitiker – so die Wahrnehmung mancher Beobachter. In der aktuellen Wahlperiode ist es um Lange deutlich ruhiger geworden. In der Analyse spielt das keine Rolle.
Am Ende bleibt ein Befund: Die UWG erklärt ihr Ergebnis mit einer These, die sie nicht belegt. Und bleibt damit bei dem, was sie schon im Wahlkampf geprägt hat: offen bleiben – auch dort, wo entschieden werden müsste.
Transparenzhinweis: Der Artikel verwendet eine Pressemitteilung der UWG Ingolstadt; redaktionell bearbeitet.