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Die Stadtratswahl in Ingolstadt hat nicht nur das Kräfteverhältnis zwischen den Parteien verändert. Auch innerhalb der Listen griffen die Wähler in die Reihenfolge der Kandidaten ein. Mehrere Bewerber rückten deutlich nach vorne, andere fielen trotz guter Ausgangsplätze zurück oder verpassten den Einzug in den Stadtrat.
Matthias Schickel: Auffälliger Aufstieg bei der UWG
Auffällig ist das Ergebnis bei der UWG. Dort gelang Matthias Schickel einer der auffälligsten Aufstiege dieser Wahl. Der frühere CSU-Stadtrat trat für die UWG auf Listenplatz 42 an und rückte mit 8.488 Stimmen auf Rang 1 der Stimmenwertung vor. Damit wurde er Stimmenkönig der Liste und zog direkt in den Stadtrat ein. Schickel hatte die CSU vor der Wahl verlassen und war zur UWG gewechselt. Innerhalb der Liste setzte er sich sogar vor mehreren amtierenden Stadträten durch.
Der Listenführer der UWG, Michael Mißlbeck, konnte sich dagegen nicht durchsetzen. Er erreichte mit 5.178 Stimmen Rang 3 der Liste und verpasste damit den Einzug in den Stadtrat. Bei der UWG verteidigte zugleich Fraktionsvorsitzender Christian Lange sein Mandat. Mehrere bisherige Mitglieder der Fraktion schafften den Wiedereinzug dagegen nicht. Dazu gehören Jürgen Köhler, Sepp Mißlbeck und Georg Niedermeier.
Parteiwechsel zur Linken: Achim Werner nicht mehr im Stadtrat
Bei der Partei Die Linke sorgte ein Wechsel kurz vor der Wahl für Aufmerksamkeit. Achim Werner, der in der laufenden Wahlperiode dem Stadtrat angehörte und früher auch Fraktionsvorsitzender war, kandidierte bei dieser Wahl für die Linke. Werner startete dort von Listenplatz 16 und rückte mit 3.748 Stimmen auf Rang 6 der Liste vor. Für einen Sitz im Stadtrat reichte das dennoch nicht. Nach Informationen des Nachrichtenportals O-T(h)öne wurde der Wechsel im politischen Umfeld auch mit Unzufriedenheit über die Listenplatzierung bei der SPD erklärt.
Verschiebungen bei SPD und CSU
Auch innerhalb anderer Parteien veränderten die Wähler die Reihenfolge der Kandidaten. Bei der SPD rückte Anton Böhm von Listenplatz 11 mit 17.702 Stimmen auf Rang 2 vor. Veronika Peters machte einen der größten Sprünge innerhalb der Liste: Sie startete auf Listenplatz 28 und erreichte mit 9.891 Stimmen Rang 6. Karoline Schwärzli-Bühler, ursprünglich auf Listenplatz 4, verpasste dagegen den Einzug in den Stadtrat. Mehrere Mitglieder der bisherigen SPD-Fraktion verteidigten ihre Mandate. Fraktionsvorsitzender Christian De Lapuente, Anton Böhm, Quirin Witty, Jörg Schlagbauer, Veronika Peters und Klaus Mittermaier gehören weiterhin dem Stadtrat an.
Auch bei der CSU griffen die Wähler in die Reihenfolge der Kandidaten ein. Babür Aydeniz wurde von Listenplatz 18 auf Rang 6 nach vorne gewählt. Simona Rottenkolber rückte von Listenplatz 27 auf Rang 8 vor. Zahlreiche Mitglieder der bisherigen CSU-Fraktion verteidigten ihre Mandate. Dazu zählen Fraktionsvorsitzender Franz Wöhrl, Bürgermeisterin Dorothea Deneke-Stoll, Alfred Grob, Christian Lösel, Albert Wittmann, Stephan Ertl, Thomas Deiser, Robert Schidlmeier, Brigitte Mader sowie Babür Aydeniz. Umgekehrt scheiterten Kandidaten trotz relativ guter Ausgangsposition. Maximilian Kern, auf Listenplatz 10 gestartet, landete mit 13.961 Stimmen auf Rang 16 und verpasste damit den Einzug in den Stadtrat. Auch innerhalb der CSU gab es eine weitere personelle Veränderung. Stephanie Kürten, die während der laufenden Amtsperiode von den Grünen zur CSU gewechselt war und erneut kandidierte, verpasste den Wiedereinzug.
Veränderungen bei Freien Wählern und Grünen
Auch bei den Freien Wählern verschoben die Wähler die Reihenfolge der Kandidaten. Lisa Stachel rückte von Listenplatz 9 auf Rang 3 der Stimmenwertung vor. Mehrere Mitglieder der bisherigen FW-Fraktion stellten sich erneut zur Wahl. Fraktionsvorsitzender Hans Stachel sowie Angela Mayr gehören weiterhin dem Stadtrat an.
Bei den Grünen machte Agnes Krumwiede einen deutlichen Sprung nach vorne. Sie rückte von Listenplatz 7 auf Rang 3 der Liste vor. Carlos Alvarez de la Rosa, ursprünglich auf Listenplatz 10 gesetzt, erreichte Rang 7, verpasste jedoch den Einzug in den Stadtrat. Mehrere Mitglieder der bisherigen Grünen-Fraktion wurden erneut gewählt. Dazu zählen Bürgermeisterin Petra Kleine, Christoph Spaeth, Agnes Krumwiede, Barbara Leininger sowie Maria Segerer. Jochen Semle, der ebenfalls erneut kandidierte, verpasste den Wiedereinzug.
Verschiebungen bei weiteren Parteien
Bei weiteren Parteien kam es ebenfalls zu Veränderungen innerhalb der Listen. Bei der ÖDP überholte Fred Over den Spitzenkandidaten Raimund Köstler und erreichte mit 5.452 Stimmen Rang 1 der Liste. Beide bisherigen Stadträte wurden erneut gewählt und gehören auch im neuen Stadtrat wieder dem Gremium an. Bei der FDP lag Karl Ettinger mit 9.983 Stimmen vor Spitzenkandidat Jakob Schäuble. Beide sichern der Partei ihre zwei Mandate und gehören weiterhin dem Stadtrat an.
Auch bei der AfD verteidigten mehrere bisherige Mandatsträger ihre Sitze. Dazu zählen Oskar Lipp, Ulrich Bannert, Lukas Rehm und Günter Schülter.
Das Ergebnis zeigt, welchen Einfluss Wähler bei Kommunalwahlen auf die Zusammensetzung eines Parlaments haben können. Stimmen lassen sich gezielt einzelnen Kandidaten geben oder kumulieren. Dadurch kann sich die ursprünglich festgelegte Reihenfolge der Listen deutlich verändern.
Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.