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Die Stadtratswahl in Ingolstadt hat das Kräfteverhältnis im Rathaus deutlich verschoben. Im großen Sitzungssaal des Rathauses verfolgten Parteien und Kandidaten den Wahlabend. Der Abend selbst entwickelte sich für viele Beteiligte zu einem Wechselbad der Gefühle. Zwischen Hoffen und Bangen, Freude und Enttäuschung liefen die ersten Ergebnisse ein.
Für Unruhe sorgten vor allem die ersten eingehenden Meldungen aus den Stimmbezirken. Zwischenzeitlich wurde eine AfD mit 15 Sitzen angezeigt. Die CSU fiel zeitweise auf zwölf Mandate zurück. Auch kleinere Gruppierungen schienen zunächst deutlich schwächer abzuschneiden: UWG, ÖDP und FDP wurden vorübergehend nur mit jeweils einem Sitz geführt.
Mit dem Eintreffen weiterer Ergebnisse geriet diese erste Sitzverteilung rasch in Bewegung. Die Zahlen schwankten teilweise deutlich, je nachdem, aus welchen Stimmbezirken neue Ergebnisse gemeldet wurden. Grundlage waren die laufenden Anzeigen des IT-Systems, die im großen Sitzungssaal des Rathauses auf Bildschirmen dargestellt und zugleich ins Internet übertragen wurden. Mit zunehmender Auszählung stabilisierte sich das Bild schrittweise.
Auch bei den Freien Wählern blieb die Spannung lange hoch. Zwischenzeitlich wurden nur noch drei Sitze angezeigt. Erst relativ spät am Abend zeichnete sich ab, dass die Liste schließlich auf fünf Mandate kommt.
Für zusätzliche Bewegung sorgte die Auszählung der Briefwahlbezirke. Sie brachte bei mehreren Parteien und Wählergruppen schließlich mehr Klarheit über das voraussichtliche Abschneiden.
Auch für viele Kandidatinnen und Kandidaten verlief der Abend nervenaufreibend. Die laufenden Anzeigen der Stimmenstände führten immer wieder zu Verschiebungen in der Rangfolge innerhalb der Listen. Bewerber galten zeitweise als gewählt, rutschten nach neuen Auszählungen wieder zurück – oder rückten später erneut nach vorne. Je nachdem, aus welchem Stadtbezirk neue Ergebnisse eintrafen und wie stark einzelne Mitbewerber dort abschnitten, verschob sich die Reihenfolge immer wieder. Erst mit der Auszählung der Briefwahlbezirke stellte sich bei vielen Bewerbern weitgehend Gewissheit ein.
Für einige bedeutete das große Freude über den Einzug in den Stadtrat, für andere endete der Wahlabend mit großer Enttäuschung. Entsprechende Reaktionen waren auch in zahlreichen WhatsApp-Kontakten zu erfahren, die das Nachrichtenportal O-T(h)öne in der Wahlnacht mit Beteiligten führte.
Das Abschneiden der AfD in Ingolstadt kam mit Blick auf die Stimmung in der Stadt im Vorfeld nicht völlig überraschend. Dennoch löste das Ergebnis bei Vertretern vieler Parteien spürbares Entsetzen aus – auch nachdem sich das zunächst deutlich höhere Zwischenergebnis im Verlauf der Auszählung relativiert hatte und die AfD im vorläufigen Endergebnis auf acht Sitze zurückfiel. Die Partei erreichte damit ihr selbst ausgegebenes Ziel, ihre Mandatszahl im Ingolstädter Stadtrat zu verdoppeln.
Nach dem vorläufigen Endergebnis ergibt sich folgende Sitz- und Stimmenverteilung im Ingolstädter Stadtrat: CSU 30,3 Prozent (15 Sitze), AfD 16,0 Prozent (8 Sitze), SPD 14,8 Prozent (7 Sitze), Grüne 12,9 Prozent (6 Sitze), Freie Wähler 9,1 Prozent (5 Sitze). Es folgen Die Linke mit 5,4 Prozent (3 Sitze), FDP mit 4,2 Prozent (2 Sitze), UWG mit 4,2 Prozent (2 Sitze) sowie ÖDP mit 3,1 Prozent (2 Sitze). Der Ingolstädter Stadtrat umfasst insgesamt 50 Sitze.
Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.