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Theatersanierung: So argumentierte die SPD

Zustimmung mit Vorbehalt – und einem Appell an die VernunftDer Stadtrat hat entschieden – die nächste Etappe der Theatersanierung kann beginnen. Doch während die Mehrheit die 11 Millionen Euro für weitere Planungen bewilligte, blieb die Debatte kontrovers.

Sanierungsstau auch anderswo

Fraktionsvorsitzender Christian De Lapuente erinnerte daran, wie lange die Diskussion das politische Stadtgeschehen bereits begleitet: „Die Diskussion ist nicht von gestern – wir sprechen seit 20 Jahren darüber.“

Er zog Parallelen zum Bildungsbereich, in dem ebenfalls großer Handlungsbedarf herrsche: „Die Gebäude sind alle runtergewirtschaftet.“ Die SPD wolle in beiden Bereichen „Gas geben“. Für De Lapuente war klar: Das eine gegen das andere auszuspielen, sei der falsche Weg.

Was kostet das Nichtstun?

Ein zentrales Argument der SPD: Auch ein Stillstand verursacht Kosten. Wer glaube, ein geschlossenes Theater spare Geld, liege falsch. „Ganz im Gegenteil“, so De Lapuente. Millionenbeträge würden nötig, allein um den Bau im geschlossenen Zustand instand zu halten. „Das müssen die Bürgerinnen und Bürger wissen – nach fünf Jahren kann man das nicht einfach wieder aufsperren.“

Den Festsaal schneller öffnen

Die Sozialdemokraten fordern, den Festsaal im Hämerbau möglichst frühzeitig wieder bespielbar zu machen. De Lapuente verwies auf die besondere Bedeutung des Saals für hochkarätige Veranstaltungen: „Wenn ein Festsaal irgendwann nicht mehr buchbar ist, gehen viele Hochkarätige an Ingolstadt vorbei.“ Der SPD-Antrag zur stärkeren Priorisierung des Festsaals bedeute keine Abwertung des Theaters, stellte De Lapuente klar: „Ganz im Gegenteil, das Theater hat eine große Rolle.“ Eine funktionierende Interimsspielstätte sei vorhanden – aber der Festsaal sei für viele Veranstaltungen in seiner Einzigartigkeit nicht ersetzbar.

Stadtrat Böhm warnt vor Illusionen

An die baulichen Unsicherheiten zurückliegdener großer Bauprojekte erinnerte Stadtrat Anton Böhm: „Alle Zahlen, die wir bis jetzt gehabt haben, haben am Ende nie mehr gestimmt. 100 Prozent Überschreitung ist ja immer noch das Geringste gewesen.“

Der Arzt äußerte zudem Kritik an der bisher fehlenden Diskussion über gesundheitspolitische Aspekte im Stdatrat: „Wir haben noch nie über Ambulantisierung geredet. Wir haben noch nie nachgedacht, ob wir Niederlassungsförderung brauchen.“ Diese Themen würden auf die Stadt zukommen – darauf müsse man sich einstellen. Gleichzeitig warnte er: „Ohne Gesundheit gehen Sie auch nicht ins Stadttheater, weil’s dann keinen Spaß mehr macht.“

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung

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