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Theatersanierung: So argumentierten die GRÜNEN

Der Stadtrat hat entschieden – doch Einigkeit herrscht nicht. Mit breiter Mehrheit hat der Ingolstädter Stadtrat 11 Millionen Euro für die nächste Planungsphase der Theatersanierung bewilligt. Barbara Leininger, Co-Fraktionsvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, machte in der Debatte deutlich, dass ihre Fraktion der Freigabe zustimme – als Grundlage, um belastbare Fakten zu erhalten. Gleichzeitig betonte sie, dass die GRÜNEN grundsätzlich für eine Sanierung seien.

Raus aus dem Nebel

Leininger forderte, die Diskussion auf eine solide Datenbasis zu stellen: „Wir müssen wissen, was es kostet – und welche Fördermittel konkret zur Verfügung stehen.“ Es brauche ein Ende „gefühlter Fakten“. Zudem forderte sie einen realistischen Finanzierungsfahrplan: „Wir brauchen einen Vorschlag, wie sich die Kosten über die kommenden Haushaltsjahre verteilen lassen.“

Streit um Prioritäten

Mit Blick auf die FREIEN WÄHLER, die angesichts der angespannten Haushaltslage eine Priorisierung bei städtischen Aufgaben forderten, machte Leininger kritische Anmerkungen. Die Forderung, zuerst das Klinikum und dann die Schulen zu finanzieren, bevor die Theatersanierung überhaupt beschlossen werden könne, sei aus ihrer Sicht problematisch. „Wir fühlen uns jetzt irgendwie ein bisschen von den FW-Mitgliedern gegängelt, sagt mein Nachbar. Und irgendwie empfinde ich das auch.“

Klare Position für die Sanierung

Leininger unterstrich die Verantwortung des Stadtrats, eine Richtung vorzugeben – und sprach sich deutlich für die Sanierung aus. „Wollen wir, dass der Hämerbau saniert wird, oder wollen wir eine Bauruine mitten in der Altstadt haben?“, fragte sie. Der zur Abstimmung stehende Grundsatzbeschluss sei für ihre Fraktion überfällig, aber notwendig.

Warnung vor eindimensionaler Debatte

Christoph Späth, Co-Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN, warnte vor einer rein finanziellen Abwägung: „Gesundheit ist nicht allein mit Geld zu sichern.“ Es brauche funktionierende Strukturen, Fachkräfte und ein attraktives Lebensumfeld. „Wenn ich alles Geld ins Klinikum stecke und den Hämerbau verfallen lasse, dann kommt vielleicht ein Großteil des Personals gar nicht mehr – weil die Stadt nicht mehr attraktiv ist.“

Späth betonte die Rolle von Bildung und Kultur für das gesellschaftliche Gleichgewicht. Eine starre Priorisierung halte er für falsch: „Das bringt uns nicht weiter.“ Die Aufgabenbereiche müssten gleichberechtigt behandelt werden: „Die Aufgabenbereiche müssten auf Augenhöhe behandelt werden – nur so sei eine sinnvolle Abwägung möglich.“

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung

Hinweis: Weitere Berichte zu den Positionen der Fraktionen und Gruppierungen im Ingolstädter Stadtrat zur geplanten Theatersanierung – basierend auf der Stadtratssitzung vom 29. Juli 2025 – folgen.

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