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Tödlicher Borna-Fall

Erst die Obduktion brachte Klarheit: Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ist erstmals eine Infektion mit dem Borna Disease Virus 1 nachgewiesen worden. Die betroffene Person starb an den Folgen der Erkrankung.

Nach Angaben des zuständigen Gesundheitsamts besteht für die Bevölkerung derzeit keine erhöhte Gefahr. Weitere Erkrankungen sind im Landkreis nicht bekannt. Unter natürlichen Bedingungen wird das Virus nach bisherigem Kenntnisstand nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Nachverfolgung von Kontaktpersonen ist deshalb nicht vorgesehen.

Unklar ist bislang, wie sich die verstorbene Person infiziert hat. Das Gesundheitsamt prüft mögliche Ansteckungswege und steht nach eigenen Angaben im Austausch mit dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Details zur Person werden aus Rücksicht auf die Angehörigen nicht genannt.

BoDV-1 ist selten, kann beim Menschen aber schwere Gehirnentzündungen auslösen, die meist tödlich verlaufen. Seit Einführung der Meldepflicht im März 2020 wurden dem Robert Koch-Institut pro Jahr bis zu sieben akute Fälle gemeldet. Deutschlandweit sind bislang etwas mehr als 60 Infektionen registriert worden, der überwiegende Teil davon in Bayern.

Als natürliches Reservoir des Erregers gilt die Feldspitzmaus. Infizierte Tiere erkranken selbst nicht, können das Virus aber über Kot, Urin und Speichel ausscheiden. Wie genau es auf Menschen übertragen wird, ist noch nicht abschließend geklärt. Nach heutigem Forschungsstand kommt ein Kontakt mit Spitzmäusen oder deren Ausscheidungen als Risiko in Betracht.

Die Fachbehörden raten deshalb zu Vorsicht, nicht zu besonderer Sorge. Lebende oder tote Spitzmäuse sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden. Im Wohn- und Arbeitsumfeld können mögliche Nahrungsquellen wie offen stehendes Tierfutter oder organische Abfälle entfernt werden. Wer eine tote Spitzmaus findet, sollte sie nicht direkt anfassen, Staub vermeiden und sie geschützt über den Restmüll entsorgen. Verschmutzte Flächen sollten anschließend gereinigt werden.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Landratsamts Neuburg-Schrobenhausen; er wurde redaktionell bearbeitet.

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