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VdK stellt Rentenkurs der Regierung infrage

Der Sozialverband VdK kritisiert Pläne der Bundesregierung, private und betriebliche Altersvorsorge künftig stärker in den Mittelpunkt der Rentenpolitik zu stellen. Anlass sind Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz, der einen grundlegenden Kurswechsel angekündigt hat.

Der Verband fordert ein Moratorium für weitere Kürzungsvorschläge in der Sozialpolitik. Statt kurzfristiger Debatten verlangt der VdK eine sachliche Bestandsaufnahme durch die von der Bundesregierung eingesetzten Kommissionen für Rente, Pflege und Gesundheit.

Nach Einschätzung des Verbands haben frühere Reformansätze in der Altersvorsorge ihre Ziele verfehlt. Betriebs- und Riester-Renten würden nur von einem begrenzten Teil der Versicherten genutzt, die Beteiligung gehe zurück. Zudem böten diese Modelle weder einen verlässlichen Schutz bei Erwerbsminderung noch einen ausreichenden Ausgleich gegen Inflation. Für viele Menschen mit niedrigen Einkommen bleibe die gesetzliche Rente die zentrale Absicherung im Alter.

Der VdK hebt die Stabilität der umlagefinanzierten Rente hervor, die unabhängig von Schwankungen an den Kapitalmärkten sei. Eine stärkere Verlagerung auf private Vorsorge könne soziale Ungleichheiten verschärfen.

Zur langfristigen Sicherung der gesetzlichen Rente fordert der Verband eine bessere Ausschöpfung der Potenziale des Arbeitsmarkts, höhere Löhne sowie eine stärkere Beteiligung hoher Vermögen und Erbschaften an der Finanzierung öffentlicher Aufgaben. Zudem spricht sich der VdK für ein einheitliches Rentensystem aus, das auch Abgeordnete und Beamte einbezieht.

Für eine breitere Verankerung von Betriebsrenten seien verbindliche Arbeitgebermodelle erforderlich. Private Zusatzvorsorge könne nur dann eine größere Rolle spielen, wenn ein einfaches, staatlich organisiertes Standardprodukt mit niedrigen Verwaltungskosten eingeführt werde.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Sozialverbands VdK; redaktionell bearbeitet.

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