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VdK warnt vor Eingriffen ins Teilzeitrecht

Die Debatte über mögliche Einschränkungen des Rechts auf Teilzeitarbeit stößt beim Sozialverband VdK auf deutliche Kritik. Der Verband sieht darin keinen Beitrag zu einer besseren Beschäftigungspolitik, sondern eine Verkennung der Lebensrealität vieler Arbeitnehmer.

Nach Ansicht von VdK-Präsidentin Verena Bentele arbeiten viele Menschen nicht aus freien Stücken in Teilzeit, sondern weil sie Beruf, Kinderbetreuung und Pflegeaufgaben miteinander vereinbaren müssen. Vorschläge, Teilzeitarbeit nur noch in Ausnahmefällen zuzulassen, stellten Beschäftigte pauschal unter Verdacht und blendeten die tatsächlichen Gründe aus.

Statt über Einschränkungen von Arbeitnehmerrechten zu diskutieren, müsse die Politik aus Sicht des Verbands strukturelle Defizite angehen. Dazu zählten vor allem der Mangel an Betreuungsplätzen und eine unzureichende Pflegeinfrastruktur. Erst wenn diese Voraussetzungen geschaffen seien, könnten mehr Beschäftigte freiwillig und ohne zusätzliche Belastungen in Vollzeit arbeiten.

Der VdK fordert darüber hinaus eine Stärkung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Minijobs sollten nach Auffassung des Verbands schrittweise in reguläre Arbeitsverhältnisse überführt werden. Zudem spricht sich der VdK für eine breitere Absicherung aller Erwerbstätigen in den sozialen Sicherungssystemen aus. Einschränkungen beim Teilzeitrecht hält der Verband dagegen für den falschen Ansatz.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des VdK; redaktionell bearbeitet.

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