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Nach erneuten Angriffen auf Einsatzkräfte in der Silvesternacht fordert die ver.di von öffentlichen Arbeitgebern wirksame Schutzkonzepte, mehr Personal und bessere Ausrüstung. Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei seien vielerorts erneut mit Feuerwerksraketen und Böllern attackiert worden, Dutzende Einsatzkräfte wurden verletzt.
Nach ersten Auswertungen war das Ausmaß der Angriffe geringer als in den Vorjahren. Gleichwohl habe auch dieser Jahreswechsel gezeigt, wie stark Beschäftigte im öffentlichen Dienst Gewalt ausgesetzt seien, erklärte die Gewerkschaft. Die Übergriffe wiederholten sich seit Jahren und belasteten die Einsatzkräfte zunehmend.
Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle kritisierte, Angriffe auf Helferinnen und Helfer dürften weder hingenommen noch als Berufsrisiko relativiert werden. Wer Menschen aus Gefahrensituationen rette, medizinisch versorge oder für deren Schutz sorge, habe Anspruch auf bestmögliche Sicherheit im Einsatz.
Aus Sicht der Feuerwehr ist der Handlungsbedarf seit Langem bekannt. Mario Kraatz, Berufsfeuerwehr Hannover und Vorsitzender des ehrenamtlichen ver.di-Bundesfachvorstandes Feuerwehr, berichtet von einer zunehmenden Konfrontation mit Gewalt im Einsatzalltag. Arbeitgeber seien verpflichtet, präventiv zu handeln und Beschäftigte auf eskalierende Situationen vorzubereiten. Dazu gehörten eine zeitgemäße technische Ausstattung, etwa mit Bodycams, sowie Schulungen zu gewaltpräventivem Verhalten.
Neben der Prävention fordert die Gewerkschaft verbindliche Nachsorgeangebote. Einsatzkräfte, die im Dienst Gewalt erfahren, müssten unkomplizierten Zugang zu medizinischer und psychologischer Hilfe sowie zu Beratungs- und Therapieangeboten erhalten. Auch rechtliche Unterstützung sei notwendig.
Behle rief die Beschäftigten dazu auf, Übergriffe konsequent zu melden, Unfallanzeigen zu schreiben und Strafanzeigen zu erstatten. Gleichzeitig stünden Arbeitgeber und Dienstherren in der Pflicht, Übergriffe ebenfalls zur Anzeige zu bringen, Rechtsschutz zu gewähren und nicht durchsetzbare Schmerzensgeldansprüche zu übernehmen. Zudem müsse der öffentliche Dienst ausreichend Nachwuchs ausbilden, um die Arbeitsbelastung zu reduzieren und Berufe attraktiv zu halten.
Ein wirksamer Schutz, so ver.di, setze außerdem eine realistische Personal- und Stellenplanung voraus. Diese müsse sich an den Risiken und Schutzzielen im jeweiligen Einsatzgebiet orientieren. Die finanzielle Lage einer Kommune dürfe nicht darüber entscheiden, wie schnell Einsatzkräfte eintreffen – und damit auch nicht über den Schutz der Bevölkerung und der Beschäftigten.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung von ver.di; redaktionell bearbeitet.
