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ver.di zu Klinikum Ingolstadt: Die (un)vergessenen Helden

ver.di zu Klinikum Ingolstadt: Die (un)vergessenen Helden

(ot) Zum Thema "Tarifvertrag Service" am Klinikum Ingolstadt erreichte die Redaktion die nachfolgende Pressemitteilung der Gewerkschaft ver.di:

Am kommenden Mittwoch, den 24.Juni 2020 wird der Aufsichtsrat des Klinikums Ingolstadt in seiner Sitzung über die Zukunft der Beschäftigten der Servicegesellschaft entscheiden.
Die Kolleginnen und Kollegen der Servicegesellschaft aus den Bereichen der Reinigung, Küche, Hol und Bringer, Zentralsterilisation, Ver- und Entsorgung sowie Patientenservice kämpfen seit Langem für eine gleiche Bezahlung nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes im Klinikum. Nun wird der Aufsichtsrat am Mittwoch darüber bestimmen, ob die Kolleginnen weiterhin bis zu 700€ monatlich weniger verdienen als ihre Kolleginnen und Kollegen am selben Arbeitsplatz in derselben Tätigkeit im Haus.

Das sind zum Beispiel die Kolleginnen und Kollegen, die tagtäglich im Klinikum dafür sorgen, dass hohe Hygienestandards des Krankenhauses eingehalten werden und somit einen entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten. Sie wischen, sie desinfizieren, sie reinigen und räumen auf. Auch weitere Berufsgruppen arbeiten gemeinsam an einem Ziel, die bestmögliche Versorgung in unserer Region sicherzustellen. Sie kochen, sie bringen die schmutzige Bettwäsche weg, sie bringen Patienten im Haus von a nach b, sie sorgen dafür, dass die Betten frisch und sauber bezogen sind und vieles mehr. Und immer noch werden sie nach einem Billigtarif bezahlt.

Die Kolleginnen und Kollegen der Servicegesellschaft werden derzeit nach dem Tarifvertrag Service bezahlt. Dieser gilt für sechs weitere bayerische Krankenhaus Serviceeinrichtungen. Ver.di ist es gelungen bayernweit eine tarifliche COVID-19 Anerkennungsprämie für diese Häuser durchzusetzen, als Zeichen der Wertschätzung und Honorierung der besonderen Belastung in der Corona Pandemie. Lediglich die Kolleginnen und Kollegen aus Ingolstadt gehen dabei leer aus. Denn die Geschäftsführung des Klinikums Ingolstadt weigert sich den Abschluss anzuwenden und diese Prämie den Beschäftigten auszuzahlen. „Das ist ein wie ein Schlag ins Gesicht“ berichtet Arina Wolf, zuständige ver.di Gewerkschaftssekretärin über die Stimmung im Haus. „während wir eine große Solidaritätswelle und Dankbarkeit für die Arbeit im Krankenhaus aus der Bevölkerung den Beschäftigten gegenüber erfahren, sieht es die Geschäftsführung des Klinikums Ingolstadt als nicht notwendig an, diese, für Arbeitgeber steuerfreie Zuwendung, an die Service Kolleginnen und Kollegen weiterzugeben. So sieht Wertschätzung im Klinikum Ingolstadt aus. Schön billig muss es sein.“

Nun am Mittwoch wird sich zeigen, wieviel wirklich hinter dem Applaus und Musik von Balkonen dahintersteckt und ob es dabei bleibt. „Die Kolleginnen und Kollegen sind ruhig geblieben, haben ihre Arbeit gründlich und zuverlässig in dieser schweren Zeit – mit Schutzmaske und tränenden Augen durch starke Desinfektionsmittel - gemacht“ berichtet Erika Radisavljevic (Reinigungskraft in der Servicegesellschaft) aus ihrem Berufsalltag im Klinikum. „Sie wissen, dass sie sich auf das Versprechen des Oberbürgermeisters Dr. Scharpf verlassen können. Denn nicht nur er, sondern auch weitere Parteien stehen mit ihm zusammen für den Grundsatz: Selbe Arbeit - Gleiche Bezahlung im Klinikum Ingolstadt nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. Dies haben wir im Wahlkampf die Kandidaten und Kandidatin gefragt und haben lediglich von der CSU und FDP keine Antwort bekommen. Nun ist es eine gute Gelegenheit für die CSU und FDP auf unsere Fragen eine Antwort zu geben. Sind Sie auch für anständige Löhne im Klinikum Ingolstadt nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, oder sind wir nur Kostenfaktor für Sie“, fragt Erika die Aufsichtsratsvertreter der CSU und FDP.

„Wir werden am Mittwoch sehen ob im Klinikum Ingolstadt Löhne nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes für alle Beschäftigten bezahlt werden oder weiterhin die hohe Fluktuation, hohe Krankenstände und die drohende Altersarmut für die Servicebereiche in Kauf genommen werden“ sagt Arina Wolf. „Wir bleiben dran und lassen nicht locker!“

Quelle des Textes, gemäß Richtlinie 1.3 des Pressekodex: Pressemitteilung ver.di Ingolstadt vom 22.6.2020

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