Werden Sie Unterstützer:in von O-T(h)öne
Machen Sie mit bei „Die Berichterstattung von O-T(h)öne ist mir etwas wert“. Ihre Mithilfe trägt dazu bei, dieses Angebot fortzuführen.


Noch ist es eine Warnung, kein Fahrplan. Doch in Ingolstadt wächst die Sorge, dass die Stadt im Fernverkehr an Bedeutung verlieren könnte. Die CSU-Stadtratsfraktion fordert Oberbürgermeister Michael Kern (CSU) in einem offenen Brief auf, sich für den Erhalt und die Stärkung der ICE- und IC-Anbindung einzusetzen.
Hintergrund sind Berichte über mögliche Veränderungen im deutschen Fernverkehr. Die Fraktion verweist auf eine Analyse der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. Danach könnten mehreren Städten Einschränkungen drohen, falls besonders profitable Strecken stärker von privaten Anbietern bedient werden und die Deutsche Bahn dadurch wirtschaftlich weiter unter Druck gerät. Nach dieser Analyse zählt auch Ingolstadt zu den betroffenen Bahnhöfen.
Der Bahnhof verfügt dem Schreiben zufolge derzeit über rund 50 tägliche ICE- und IC-Halte. Für die Stadt wäre ein Verlust solcher Verbindungen mehr als ein verändertes Angebot im Fahrplan. Die schnelle Anbindung an München, Nürnberg, Berlin, Hamburg oder Frankfurt gilt der Fraktion als wichtiger Standortfaktor für Wirtschaft, Wissenschaft und Pendler.
Die CSU erinnert daran, dass Ingolstadts Anschluss an das Hochgeschwindigkeitsnetz über Jahrzehnte politisch erkämpft worden sei. Zugleich warnt sie davor, dass private Anbieter vor allem lukrative Strecken übernehmen könnten, während die Deutsche Bahn weiterhin Verantwortung für das Gesamtsystem trage. Ein solcher Wettbewerb dürfe nicht dazu führen, dass mittelgroße Städte und Regionen an Bedeutung verlören.
Konkret bittet die Fraktion den Oberbürgermeister, den Bundesverkehrsminister und den bayerischen Verkehrsminister anzuschreiben. Außerdem soll sich die Stadt mit dem Bundestagsabgeordneten Reinhard Brandl und dem Landtagsabgeordneten Alfred Grob abstimmen. Ingolstadt müsse in dieser Frage auf kommunaler, Landes- und Bundesebene geschlossen auftreten.
Ob und in welchem Umfang es tatsächlich zu Änderungen im Fernverkehr kommt, geht aus dem Schreiben nicht hervor. Die politische Botschaft ist dennoch klar: Die ICE-Anbindung soll nicht zur Verhandlungsmasse werden.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einem offenen Brief der CSU-Stadtratsfraktion Ingolstadt.