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Vier von fünf Befragten sorgen sich um ihre Absicherung

Die Debatte über mögliche Einschnitte im Sozialstaat verunsichert nach einer neuen Umfrage große Teile der Bevölkerung – und nicht nur Ältere oder Menschen mit geringem Einkommen. 81 Prozent der Befragten geben an, sich wegen der diskutierten Reformen zumindest einige Sorgen um ihre finanzielle Absicherung zu machen. Unter den unter 30-Jährigen sind es sogar 92 Prozent.

Das geht aus einer Untersuchung des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Im Juni und Juli wurden dafür rund 4000 Menschen zwischen 18 und 75 Jahren online befragt. Die Stichprobe wurde nach Alter, Geschlecht, Region und Haushaltseinkommen quotiert. Vorgelegt wurden vier Reformvorschläge: ein höheres Renteneintrittsalter, Leistungskürzungen in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Streichung der Entgeltfortzahlung am ersten Krankheitstag.

76 Prozent der Befragten lehnen diese Vorschläge insgesamt ab, 55 Prozent sogar stark. Besonders groß ist die Ablehnung bei Kürzungen in der Pflege- und Krankenversicherung. Auch ein höheres Renteneintrittsalter findet bei einer klaren Mehrheit keine Zustimmung. Mehrheiten gegen die Reformvorschläge gibt es nach der Erhebung bei Anhängern aller abgefragten Parteien. Auch in sämtlichen untersuchten Einkommens- und Altersgruppen überwiegt die Ablehnung, wenn auch unterschiedlich stark.

Folgen zeigt die Debatte nach Angaben der Befragten bereits beim Konsum. 42 Prozent sagen, deshalb ihre Ausgaben einzuschränken. Unter den Menschen, die sich große Sorgen um ihre finanzielle Absicherung machen, sind es 71 Prozent. Das IMK sieht darin ein mögliches Risiko für die Konjunktur. Sollte die Unsicherheit anhalten, könne die private Nachfrage geschwächt und damit die wirtschaftliche Erholung belastet werden.

Auch das Vertrauen in die Bundesregierung hängt in der Befragung deutlich mit dem Ausmaß der Sorgen zusammen. Von den Teilnehmern mit großen Sorgen geben 57 Prozent an, überhaupt kein Vertrauen in die Regierung zu haben.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der Hans-Böckler-Stiftung zum Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung; redaktionell bearbeitet.

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