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VW-Konzern einigt sich – 50.000 Arbeitsplätze fallen weg

Am Ende steht Einstimmigkeit. Noch wenige Tage zuvor hatte sich der Streit um den künftigen Sparkurs bei Volkswagen zugespitzt, sogar eine außerordentliche Hauptversammlung stand im Raum. Nun hat der Aufsichtsrat des VW-Konzerns dem „Zukunftsplan 2030“ geschlossen zugestimmt. Für die Beschäftigten und mehrere deutsche Werke ist das allerdings keine Entwarnung.

Konzernweit sollen rund 50.000 Stellen wegfallen, einschließlich Managementpositionen. Volkswagen begründet den Schritt mit dem internationalen Wettbewerbsdruck, veränderter Nachfrage und dem technologischen Wandel in der Autoindustrie.

Besonders unter Druck bleiben Emden, Zwickau, Hannover und das Audi-Werk Neckarsulm. O-Thöne hatte bereits am 2. September über Recherchen der „Wirtschaftswoche“ berichtet. Demnach wurden in einem internen Papier konkrete Jahreszahlen genannt, zu denen die bisherige Fahrzeugproduktion auslaufen könnte: 2031 in Emden und Zwickau, 2032 in Hannover und 2034 in Neckarsulm. Volkswagen hatte den Inhalt damals nicht bestätigt.

Der jetzt beschlossene Zukunftsplan ist vorsichtiger formuliert, bestätigt aber das grundlegende Problem. Der VW-Konzern sieht in Europa Überkapazitäten von rund 500.000 Fahrzeugen. Für die vier Werke könne derzeit keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gewährleistet werden – gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034. Bis Ende Juni 2027 soll deshalb ein Konzept für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktionsstruktur entwickelt werden. Parallel prüft Volkswagen alternative Nutzungsmöglichkeiten.

Ein beschlossenes Ende der Fahrzeugproduktion in Neckarsulm im Jahr 2034 ist das nicht. Der Standort gehört nun aber auch offiziell zu jenen Werken, deren Zukunft über die derzeitige Modellbelegung hinaus offen ist. Das Audi-Stammwerk Ingolstadt wird in dieser Aufzählung nicht genannt.

Noch kurz vor der Entscheidung hatte die Lage anders ausgesehen. Nach Informationen des „Handelsblatts“ waren Versuche gescheitert, vor der Aufsichtsratssitzung einen Kompromiss über den neuen Sparkurs zu finden. Selbst eine außerordentliche Hauptversammlung wurde dem Bericht zufolge als mögliche nächste Stufe vorbereitet. Mit dem einstimmigen Beschluss ist diese Eskalation vorerst abgewendet.

Der Umbau reicht weit über die vier Werke hinaus. Bis 2035 will der VW-Konzern seine Modellpalette um rund 50 Prozent verkleinern und die Angebotskomplexität um rund 75 Prozent reduzieren. Für 2030 plant Volkswagen mit neun Millionen verkauften Fahrzeugen und einer operativen Umsatzrendite von neun Prozent. Für Sachanlagen sowie Forschung und Entwicklung nennt der Konzern für die Jahre 2027 bis 2031 eine Zielgröße von 135 Milliarden Euro.

Die Arbeitnehmerseite trägt den Plan mit – und zieht Grenzen. IG-Metall-Chefin Christiane Benner sagte, man habe „intensiv um gute Lösungen in dieser Krisensituation gerungen“. Zu den entscheidenden Aufgaben gehöre ausdrücklich, „Zukunftsszenarien für alle Werke zu entwerfen“. Volkswagen trage weiterhin „eine enorme Verantwortung für seine Beschäftigten und Standortregionen“. Gerade schwierige Zukunftsthemen müssten gemeinsam angegangen werden.

Gesamt- und Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo wird noch deutlicher. Der Zukunftsplan sei notwendig, um Volkswagen erfolgreich ins nächste Jahrzehnt zu führen, dürfe aber nicht „einseitig auf Kosten der Beschäftigten gehen“. Beschäftigungssicherung und Wirtschaftlichkeit blieben gleichrangige Unternehmensziele. Beides sei kein Widerspruch, sondern bedinge sich an vielen Stellen gegenseitig. Die Mitbestimmung übernehme Verantwortung, damit die Beschäftigten an allen Standorten eine Perspektive erhielten.

Für Audi bleibt vor allem Neckarsulm offen. Für Ingolstadt und Neckarsulm gilt eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2033. Was danach in Neckarsulm produziert wird – und welchen Anteil Audi am konzernweiten Abbau von 50.000 Stellen tragen muss –, ist mit dem Zukunftsplan noch nicht entschieden.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung von Volkswagen, redaktionell bearbeitet.

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