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VW vor dem Eklat – Audi mittendrin?

Die Nachricht betrifft Audi – aber diesmal nicht nur Neckarsulm: Nach Informationen des „Handelsblatts“ ist der Versuch gescheitert, vor der entscheidenden VW-Aufsichtsratssitzung einen Kompromiss über den neuen Sparkurs zu finden. Nun bereitet sich der Vorstand dem Bericht zufolge sogar auf eine außerordentliche Hauptversammlung vor.

Nach Recherchen der Zeitung haben Vertreter von Volkswagen und des Landes Niedersachsen am Montag und Dienstag bis spät in den Abend versucht, wenigstens einen kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden. Ohne Ergebnis. Am Mittwoch tagt zunächst der Audi-Aufsichtsrat, am Donnerstag das Präsidium des VW-Kontrollgremiums, am Freitag der gesamte Aufsichtsrat. Scheitert auch dort eine Einigung, könnte der Konflikt auf die Aktionäre verlagert werden. Das Aktiengesetz eröffnet diesen Weg grundsätzlich, wenn der Aufsichtsrat seine erforderliche Zustimmung zu einem Geschäft verweigert. Welche der diskutierten Standortmaßnahmen davon tatsächlich erfasst wären, ist allerdings umstritten.

Neue Details zu Neckarsulm liefert die „Wirtschaftswoche“. Nach Angaben aus dem ihr vorliegenden internen Papier sollen die vier gefährdeten Standorte nur dann noch eine Chance auf neue Fahrzeugprojekte erhalten, wenn sie ihre Fabrikkosten bis Ende Juni 2027 auf ein wettbewerbsfähiges Niveau senken. Für 2025 nennt das Papier durchschnittlich 6490 Euro je Fahrzeug an deutschen Standorten und 2832 Euro an europäischen Werken außerhalb Deutschlands. Für Neckarsulm besonders brisant: Der Nachfolger des Audi A8 soll nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ künftig in Leipzig statt in Neckarsulm gebaut werden. Volkswagen hat den Inhalt des Papiers bislang nicht bestätigt. Umstritten bleibt auch, ob Werke durch auslaufende Modellbelegungen ohne Zustimmung des Aufsichtsrats faktisch leerlaufen könnten. Die „Wirtschaftswoche“ hält dies unter Berufung auf die Konzernsatzung und Insider für möglich. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, widerspricht die IG Metall dieser Auslegung ausdrücklich.

Für Audi fällt die Entwicklung in eine sensible Phase. Erst im März 2025 verlängerte das Unternehmen die Beschäftigungssicherung in Ingolstadt und Neckarsulm bis Ende 2033. Zugleich kündigte Audi rund acht Milliarden Euro Investitionen in die deutschen Standorte bis 2029 und einen Standortfonds von 250 Millionen Euro für Neckarsulm an. Damit ist ein Produktionsende in Neckarsulm weiterhin nicht endgültig entschieden. Der Streit über den Sanierungskurs bei Volkswagen hat sich aber deutlich verschärft – und betrifft Audi weit über die Zukunft eines einzelnen Werkes hinaus.

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.

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