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Deutschland blickt skeptisch nach vorn. Nur die jüngere Generation passt nicht recht in dieses Bild. Sie ist mit der Demokratie seltener unzufrieden als Menschen mittleren Alters und beurteilt die gesellschaftliche Zukunft vergleichsweise optimistisch.
Das geht aus einer repräsentativen Befragung hervor, die YouGov für die Bertelsmann Stiftung durchgeführt hat. Demnach sind 31 Prozent der 18- bis 29-Jährigen mit dem Funktionieren des politischen Systems unzufrieden. Unter den 40- bis 49-Jährigen liegt der Anteil bei 44 Prozent.
In der Gesamtbevölkerung überwiegt dagegen die Sorge. 68 Prozent der Befragten fehlen positive Vorstellungen davon, wie sich die Gesellschaft künftig entwickeln könnte. 60 Prozent kritisieren, dass politische Entscheidungen nur selten langfristigen Ideen folgten. 52 Prozent erwarten, dass es kommenden Generationen schlechter gehen werde als den heutigen.
Jüngere Menschen sprechen sich der Untersuchung zufolge häufiger dafür aus, politische Entscheidungen an den Bedürfnissen künftiger Generationen auszurichten. Die Stiftung wertet sie deshalb als wichtige Unterstützer einer langfristig handlungsfähigen Demokratie. Zugleich bleibt ein Widerspruch: Obwohl sie weniger unzufrieden sind, beteiligen sich junge Menschen seltener an Wahlen als ältere.
Weitere Untersuchungen der Stiftung zeichnen ein ähnliches Bild. Eine große Mehrheit der 16- bis 25-Jährigen hält demnach sowohl das Leistungsprinzip als auch sozialen Ausgleich für wichtig. Leistung solle belohnt werden, zugleich müsse eine gerechte Gesellschaft gleiche Chancen ermöglichen. Auch bei der Umstellung auf nachhaltigeres Wirtschaften sieht die Stiftung die jüngere Generation als einen wichtigen Treiber.
Politische Informationen beziehen viele junge Menschen vor allem über Instagram und TikTok. Dort schenken sie politischen Influencern häufiger Vertrauen als Parteien, Institutionen oder Politikern. Eine Auswertung der sozialen Netzwerke zur Bundestagswahl 2025 ergab zudem, dass Beiträge von Parteien an den politischen Rändern häufiger in den Feeds junger Nutzer erschienen als Inhalte der politischen Mitte.
Die Befunde zeigen damit keine politikferne Generation. Viele Jüngere wollen Veränderungen und denken langfristiger als häufig angenommen. Zwischen grundsätzlicher Bereitschaft und tatsächlicher Beteiligung bleibt jedoch eine Lücke.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der Bertelsmann Stiftung; redaktionell bearbeitet.