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Was sagt der SPD-Chef De Lapuente zu Werners Vergleich mit dem "Stürmer"?

Was sagt der SPD-Chef De Lapuente zu Werners Vergleich mit dem "Stürmer"?

Von Thomas Thöne

O-T(h)öne bat den Fraktionsvorsitzenden der SPD im Ingolstädter Stadtrat, Christian De Lapuente, um eine Stellungnahme zu den Äußerungen von SPD-Stadtrat Achim Werner, der auf seiner privaten Facebook-Seite einen Vergleich zwischen der Plakatkampagne der Initiatoren des Bürgerbegehrens "Keine Kammerspiele an der Schutterstraße" der Nazi-Publikation "Der Stürmer" zog. Ferner wurde De Lapuente gebeten, sich zu dem Facebook-Posting zu äußern, welches den Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler im Ingolstädter Stadt als "Oberchef dieser SA" bezeichnete.

Hier die ungekürzte, nicht redigierte Antwort von Christian De Lapuente:

Die Kampagne der Gegner „Gegen den Bau der Kammerspiele an der Schutterstraße“ ist nicht nur unsachlich, sondern auch streitsüchtig. Hier wird versucht gezielt mit zum Teil aggressiven Behauptungen zu spalten und zu manipulieren. Diese Art erinnert an dem Wahlkampf von Donald Trump, der sich vor allem durch „Fake-News“ und Rücksichtlosigkeit auszeichnete. In solch einer aufgeheizten Stimmung ist es nicht verwunderlich, dass die Emotionen hoch kochen. Beispielsweise ist es nicht richtig, dass wenn eine Ersatzspielstätte gebaut wird, es weniger Geld für Kinder und Jugendliche gibt. Ingolstadt gibt deutlich mehr im Bereich der Jugend aus, als andere Kommunen und das wird auch mit einem neuen Kleinen Haus so bleiben. Ganz im Gegenteil, der Bau wird sogar vom Jugendparlament befürwortet, denn es soll nach der Renovierung des Stadttheaters dem Jugendtheater eine neue Heimat bieten.

Ich bedaure es sehr, dass die Gegner nicht sachlich argumentieren, sondern auf eine bewusste Provokation setzen. Dadurch tritt nämlich auch die fachliche Auseinandersetzung mit den Argumenten für beide Bürgerentscheide in den Hintergrund.

Da De Lapuente nicht auf die oben genannten Fragen einging, wurden diese in einem Telefonat an den SPD-Fraktionsvorsitzenden nochmals herangetragen. De Lapuente meinte, mit seinen schriftlichen Ausführungen sei alles gesagt. Ferner habe sich Werner ja entschuldigt, dabei verwies der SPD-Fraktionschef auf dieses Facebook-Postings seines Stellvertreters: "Gerade im Donaukurier gelesen: „Wir entschuldigen uns ausdrücklich bei allen, die davon persönlich betroffen sind und das als unangemessen finden!“ Die Aussage stammt von einem der Verantwortlichen für die Plakatkampagne der Kammerspielgegner und bezieht sich auf das Plakat „Jugend auf der Straße, Theater im Palast“. Ich begrüße und akzeptiere diese Entschuldigung und werde nicht wiederholen, dass hier der „Stürmer“ grüßen lässt".

Den Einwand, dass dies keine Entschuldigung sei, sondern nur eine Ankündigung, dass Werner seine Aussage nicht wiederholen würde, ließ De Lapuente nicht gelten. Auf die Frage, ob Werner Posting politische Konsequenzen habe, antwortete der Fraktionschef lediglich mit "Welche denn?" und schloss diese auf Nachfrage aus.

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