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Weniger Auszubildende in Ingolstadt

Zum Ausbildungsstart am 1. September beginnen in Ingolstadt 861 Jugendliche eine Lehre in einem IHK-Beruf. Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern sind das 3,4 Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Betriebe hätten ihre Angebote trotz schwacher Konjunktur nicht zurückgefahren, erklärte Franz Schabmüller, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Ingolstadt. Vielmehr investierten sie weiter in die Qualifizierung von Nachwuchskräften. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die Jugendlichen über ausreichende Ausbildungsreife verfügten. Schabmüller forderte eine stärkere berufliche Orientierung mit mehr Praxisbezug an Schulen.

In einer IHK-Umfrage gaben rund die Hälfte der Ausbildungsbetriebe an, nicht alle Plätze besetzen zu können. Als Hauptursache nannten sie fehlende oder ungeeignete Bewerbungen. 86 Prozent der befragten Unternehmen sehen Defizite bei Belastbarkeit, Disziplin und Engagement. Positiv bewerten die Betriebe dagegen Englischkenntnisse, Teamfähigkeit und IT-Kompetenzen.

Der fehlende Abiturjahrgang wirkte sich nach Einschätzung der Kammer weniger stark aus als erwartet. Der Anteil der Azubis mit Hochschulreife liegt in Oberbayern bei 17 Prozent – nur leicht unter dem Vorjahreswert von 19 Prozent. In Ingolstadt könnte dieser Rückgang dennoch zum Minus beigetragen haben.

Bei den jungen Männern ist der Fertigungsmechaniker der beliebteste Beruf, bei den Frauen die Kauffrau für Büromanagement. Zu den fünf am häufigsten gewählten IHK-Ausbildungsberufen zählen außerdem Fachinformatiker, Kraftfahrzeugmechatroniker, Mechatroniker und Bankkaufleute. Insgesamt werden in Ingolstadt derzeit rund 60 verschiedene IHK-Berufe ausgebildet.

Nach Angaben der Arbeitsagentur sind Ende August noch 222 Lehrstellen in Ingolstadt unbesetzt. Dem gegenüber stehen 199 Bewerberinnen und Bewerber ohne Ausbildungsvertrag. Die IHK selbst deckt in Ingolstadt rund 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse ab und zählt 308 aktive Betriebe.

Transparenzhinweis: Die Berichterstattung erfolgt unter Verwendung einer Pressemitteilung der IHK für München und Oberbayern.

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