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Der Cannabiskonsum ist nach der Teillegalisierung in Deutschland stabil geblieben – gleichzeitig breiten sich harte Drogen weiter aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Demnach ist der Konsum von Cannabis unter 18- bis 64-Jährigen seit der Reform im April 2024 kurzfristig nicht sprunghaft gestiegen.
Deutlich verändert hat sich dagegen die Kriminalstatistik. Die Zahl der registrierten Cannabisdelikte ging infolge der neuen Rechtslage stark zurück – von rund 174.000 Fällen im Jahr 2023 auf weniger als 62.000 im Jahr 2024. Viele zuvor erfasste Verstöße, etwa der Besitz oder Anbau kleiner Mengen, sind nicht mehr strafbar. Der Rückgang wirkt sich auch auf die Gesamtstatistik aus. Cannabisdelikte hatten zuvor etwa die Hälfte der erfassten Rauschgiftdelikte ausgemacht.
Während sich beim Cannabis kaum Veränderungen zeigen, beobachten die Forschenden seit Jahren eine gegenläufige Entwicklung bei anderen Drogen. Vor allem Kokain, Crack und Methamphetamin gewinnen an Bedeutung. Sowohl Konsum als auch Deliktzahlen steigen. Ein genaueres Bild liefern laut Studie Abwasserdaten. Sie zeigen im Vergleich zu 2015 eine nahezu vervierfachte Belastung mit Kokainrückständen. Methamphetamin tritt insbesondere in Regionen nahe der tschechischen Grenze verstärkt auf.
Einen Zusammenhang mit der Cannabisreform sehen die Autorinnen nicht. Die Entwicklungen auf den Märkten für harte Drogen verliefen unabhängig davon und stellten eine eigene Herausforderung dar. Ein erneutes Cannabisverbot halten die Forschenden nicht für den entscheidenden Ansatz. Stattdessen verweisen sie auf die Bedeutung von Prävention, Aufklärung und Suchtberatung.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin); redaktionell bearbeitet.