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Weniger Homeoffice, mehr Frust

Viele Beschäftigte sollen zurück ins Büro – und reagieren darauf mit wachsender Unzufriedenheit. Das zeigt eine neue Studie auf Basis einer Befragung von rund 2600 Erwerbstätigen.

Demnach haben 34 Prozent der Beschäftigten, die grundsätzlich mobil arbeiten können, in den vergangenen Jahren Vorgaben für mehr Präsenz im Betrieb erhalten. Im Schnitt erwarten Arbeitgeber dabei etwa drei Tage Anwesenheit pro Woche.

Die Folgen: Wer von solchen „Return-to-Office“-Initiativen betroffen ist, bewertet seine Jobzufriedenheit im Schnitt schlechter und berichtet häufiger von höherer Belastung. Besonders deutlich ist der Effekt bei Beschäftigten ohne Führungsverantwortung.

Auffällig ist auch der Umgang der Arbeitgeber mit den Maßnahmen. Nur etwa die Hälfte der Betroffenen gibt an, eine offizielle Begründung erhalten zu haben. Wo diese fehlt, ist die Unzufriedenheit besonders groß. Viele Beschäftigte vermuten hinter den Vorgaben vor allem ein stärkeres Kontrollbedürfnis und mangelndes Vertrauen.

Unterschiede zeigen sich auch zwischen verschiedenen Gruppen: Beschäftigte mit Leitungsfunktion bewerten mehr Präsenz im Büro etwas positiver. Deutlich kritischer fällt die Einschätzung bei Personen mit Betreuungsaufgaben aus – insbesondere bei Müttern.

Nicht alle folgen den Vorgaben. Ein Teil der Beschäftigten lehnt häufigere Präsenz grundsätzlich ab, andere verweisen auf bestehende Homeoffice-Vereinbarungen oder praktische Hürden wie Betreuungsverpflichtungen.

Die Forscherinnen sehen mögliche Folgen über den Arbeitsplatz hinaus. Wenn Homeoffice eingeschränkt und zugleich Arbeitszeiten weniger flexibel gestaltet werden, könnte das die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben erschweren – mit möglichen Auswirkungen auf die Erwerbsbeteiligung, insbesondere von Frauen.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung; redaktionell bearbeitet.

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