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Von Thomas Thöne
Mehr als 200 Besucher kamen am vergangenen Samstag zum Fieldday und Sommerfest des Ortsverbands T08 Neuburg-Schrobenhausen im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) auf den Kalvarienberg bei Pobenhausen. So viele Menschen seien bei dem Treffen noch nie gewesen, meinte ein Funkamateur.
Fielddays sind Treffen unter freiem Himmel. Funkamateure bauen dabei mobile Stationen und Antennen auf, stellen Funkverbindungen her und tauschen Erfahrungen aus. In Pobenhausen war der Fieldday zugleich das Sommerfest des Ortsverbands. T08 ist dessen Kennung innerhalb des DARC, des bundesweiten Verbands der Funkamateure in Deutschland.
Die ersten Teilnehmer hatten sich bereits am Freitag mit Zelten, Wohnwagen und Wohnmobilen auf dem Gelände eingerichtet. Andere kamen am Samstag mit dem Auto oder Motorrad. Auf dem Platz waren unter anderem Kennzeichen aus München, Augsburg, Garmisch und Coburg zu sehen.
Im Laufe des Samstags füllte sich der Kalvarienberg immer mehr. Antennen ragten über Fahrzeuge und Zelte hinaus, Kabel führten zu den Funkgeräten. Aus Lautsprechern drangen Stimmen, Signaltöne und Rauschen. Dazwischen wurde gefunkt, gefachsimpelt und über Geräte, Antennen und gelungene Verbindungen gesprochen.
Die Menschen hinter den Stimmen
Ein Teilnehmer verglich die Veranstaltung mit einem Familientreffen. Dazu passte eine Familie, die gleich mehrere Generationen mitgebracht hatte: Ein Funkamateur war mit seinen Kindern und deren Großeltern gekommen. Auch seine Frau ist Funkamateurin.
Für ein Mitglied, das erst in jüngster Vergangenheit die Amateurfunkprüfung bestanden hatte, bekam das Treffen eine besondere Bedeutung. Es sei schön, nun einmal die Gesichter zu den Stimmen zu sehen, die man bisher nur aus dem Funkgerät kannte.
Den weitesten Weg nahm wie schon im vergangenen Jahr ein Mitglied des Ortsverbands auf sich. Es kam aus der Lüneburger Heide im niedersächsischen Landkreis Celle und ist T08 weiterhin eng verbunden. Als Anerkennung für die weiteste Anreise erhielt es erneut einen Kasten Bier. Lange blieb der allerdings nicht geschlossen: Der Ausgezeichnete teilte ihn gleich mit den Anwesenden.
Von Pobenhausen hinaus in die Welt
Auf dem Kalvarienberg wurde viel gefunkt: Über Kurzwelle gelangen Verbindungen in die ganze Welt. Auch über das digital vernetzte DMR-System waren internationale Gespräche möglich, während über analogen FM-Funk weiter entfernte Relais erreicht wurden. Über Kurzwelle können Verbindungen über Tausende Kilometer gelingen. Die Signale können unter günstigen Bedingungen von der Ionosphäre, einer elektrisch geladenen Schicht der oberen Atmosphäre, zur Erde zurückgelenkt werden und so weit über den sichtbaren Horizont hinaus reichen.
Interessierten Besuchern erklärten die Funkamateure auch den Relaisbetrieb. Ein Relais ist eine meist erhöht gelegene Funkstation, die ein Signal empfängt und auf einer anderen Frequenz wieder aussendet. Dadurch lassen sich selbst mit kleineren Funkgeräten größere Entfernungen überbrücken.
Vom Kalvarienberg aus wurden unter anderem Relais auf der Zugspitze, am Wendelstein und bei Nennslingen erreicht. Beim analogen FM-Funk wird die Sprache durch Frequenzmodulation übertragen. Daneben kam DMR zum Einsatz. Die Abkürzung steht für Digital Mobile Radio. Dabei wird die Sprache auf der Funkstrecke digital übertragen. Viele Amateurfunkrelais sind über Datennetze miteinander verbunden. Über festgelegte Sprechgruppen können Gespräche dadurch regional, deutschlandweit oder international geführt werden.
Technik zum Ausprobieren
Zum Programm gehörte auch ein Powerpole-Workshop. Powerpole-Stecker werden im Amateurfunk genutzt, um Funkgeräte, Akkus und Netzteile über ein einheitliches Stecksystem miteinander zu verbinden. Die Teilnehmer befestigten die Kontakte an den Kabeln und setzten sie anschließend in die Steckergehäuse ein. Gerade beim mobilen Funkbetrieb ist das praktisch: Geräte und unterschiedliche Stromquellen lassen sich so leichter miteinander verbinden.
Weißwürste, Kuchen und Schnitzel
Für die gute Verpflegung sorgte der Ortsverband T08. Am Samstagvormittag gab es für die Mitglieder ein kostenloses Weißwurstfrühstück. Am Nachmittag stand eine große Auswahl selbst gebackener Kuchen und Torten bereit, die so manches Genießerherz höherschlagen ließ. Wer vorbestellt hatte, bekam am Abend Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat. Beim gemeinsamen Essen blieb Zeit für Gespräche, den Austausch von Erfahrungen und das Wiedersehen mit alten Bekannten.
„Schee war’s mit euch“
Am Sonntagvormittag begann der Abbau. Antennen wurden eingeholt, Kabel zusammengerollt, Funkgeräte verstaut und Zelte abgebrochen. Viele Teilnehmer hatten seit Freitag in Zelten, Wohnwagen oder Wohnmobilen auf dem Kalvarienberg übernachtet.
Beim Abschied war mehrfach zu hören: „Wir kommen auf jeden Fall im kommenden Jahr wieder.“ Anerkennung gab es auch für die ehrenamtliche Organisation. „Erstaunlich, wie gut das alles ehrenamtlich organisiert war. Dafür gebührt Dank“, sagte ein Besucher.
Gegen 15 Uhr folgte schließlich die letzte Meldung vom Platz: „Fielddayplatz ordnungsgemäß verlassen. Schee war’s mit euch!“
Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.