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Wenn bei der CSU der Gegner in den eigenen Reihen sitzt

Wenn bei der CSU der Gegner in den eigenen Reihen sitzt

Kommentar

von Thomas Thöne

Wie politisch kurzsichtig kann man nur sein, den Rücktritt des gesamten CSU-Kreisvorstandes Ingolstadt zu fordern, während der Kreisvorsitzende sich in Gesprächen mit dem neuen Ingolstädter Oberbürgermeister der SPD befindet? Das erinnert doch sehr an die Grabenkämpfe der örtlichen SPD, die immer wieder nach verlorenen Kommunalwahlen ausgebrochen sind.

Die CSU schafft es derzeit offensichtlich noch nicht, den Scherbenhaufen der Kommunalwahl zusammenzukehren. Ganz im Gegenteil, es wird noch zusätzlich unnötiges Geschirr zerschlagen. Pikant an dem Rücktrittsantrag des CSU-Ortsverbandes Südost ist allerdings, so ist aus CSU-Kreisen zu hören, dass dieser von einem Parteimitglied initiiert wurde, welches das Amt des CSU-Kreisvorsitzenden künftig selbst bekleiden wollte. Dieses CSU-Mitglied dürfte sich nun vollends ins politische Abseits geschossen haben.

Der CSU-Kreisvorsitzende, Alfred Grob, kann dem betreffenden CSU-Ortsverband dankbar sein. Hat dieser es mit seinem Antrag geschafft, dass alle anderen Ortsverbände Grob den Rücken, mit einer Pressemitteilung, gestärkt haben.

Natürlich ist es richtig und wichtig, dass die CSU das desolate Wahlergebnis intern aufarbeitet und den Wählerinnen und Wählern das Signal sendet: Wir haben verstanden! Dazu bedarf es aber den richtigen Zeitpunkt. Dieser wurde offensichtlich aus rein egoistischen Gründen eines Einzelnen aber nicht beachtet.

Die CSU ist derzeit in zwei Lager gespalten. Es gibt immer noch eine Anhängerschaft des "Weiter so". Hier wurden die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Das Lager derer, die Erneuerung und Veränderung wollen, wird täglich mehr, wie aus der CSU zu vernehmen ist.

Erneuerung und Veränderung hat die CSU nun wirklich notwendig, um bei den nächsten Landtags- und Bezirkstagswahlen, aber auch der Kommunalwahl in sechs Jahren, bestehen zu können. Diese Erneuerung und Veränderung ist nur mit anderen Personen möglich. Neue Köpfe braucht die CSU dazu.

Alfred Grob ist nicht unumstritten in der örtlichen CSU, wie aus deren Kreisen immer wieder verlautbart wird. Es wird ihm eine gewisse Nähe zur Albert Wittmann nachgesagt, von der er sich angeblich nicht lösen kann.

Für Grob heißt es jetzt, den Weg der Erneuerung konsequent mitzugehen und sich an die Spitze der Bewegung zu stellen, sonst könnte es ihm den Kreisvorsitz kosten. Dies wiederum mit Auswirkungen auf die nächste Landtagswahl.

Grob muss Führungsverantwortung übernehmen und diese nach außen deutlich machen. Er muss klarmachen, dass er alte Zöpfe abschneidet und die bisherige Führung in der dritten Reihe Platz nehmen muss. Dabei gehört auch die Rolle der derzeitigen Fraktionsgeschäftsführung geklärt, die wie CSU-Mitglieder berichten, maßgeblich dazu beigetragen hat, dass Simona Rottenkolber nicht mehr auf der CSU-Liste gestanden ist und Patricia Klein für den Fraktionsvorsitz nicht mehr zur Verfügung steht.

Für die alte CSU stehen die Namen Lösel, Wittmann und Süßbauer. Diese Namen stehen auch für das Durchregieren, welches im Ingolstädter Stadtrat bisher stattgefunden hat und für ein „Weiter so“.

Wenn Lösel, Wittmann und Süßbauer wirklich etwas an der örtlichen CSU liegt, sollten sie Ihren Beitrag zur Erneuerung leisten. Der Beitrag lautet: Verzicht auf das Stadtratsmandat. Damit könnte die CSU-Stadtratsfraktion Ballast abwerfen.

Die kommenden Entscheidungen der Ingolstädter CSU darf man mit Spannung erwarten. Die Entscheidung wer Fraktionsvorsitzender wird und welche Person für die Bürgermeisterkandidatur ins Rennen geht, sollte die Fraktion mit einem Zeichen der Erneuerung verbinden. Ob sie das schafft?

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