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Wie soziale Medien Kinder zum Online-Kauf verleiten

Der nächste Kauf beginnt für viele Kinder und Jugendliche nicht im Laden, sondern auf dem Handy. Zwischen Videos, Produkttipps und Rabattcodes sehen sie Dinge, die sie haben wollen – und die sich sofort bestellen lassen. Eine Sonderauswertung der Mediensuchtstudie von DAK-Gesundheit und Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zeigt, wie stark soziale Medien das Online-Shopping der Zehn- bis 17-Jährigen beeinflussen.

Demnach werden 47,2 Prozent der Befragten durch Werbung auf Social-Media-Plattformen auf Produkte aufmerksam. 40,4 Prozent geben an, dass Influencerinnen und Influencer sie auf Waren bringen, die sie später kaufen. Fast vier von zehn Kindern und Jugendlichen stöbern mindestens einmal pro Woche in Online-Shops.

Die Ausgaben unterscheiden sich deutlich. 32,1 Prozent kaufen monatlich für zehn bis 20 Euro im Internet ein, 26,3 Prozent für 21 bis 50 Euro. 12,2 Prozent geben im Monat zwischen 51 und 100 Euro aus. Nur bei dieser Gruppe können sich die Online-Käufe auf bis zu 1.200 Euro im Jahr summieren. Besonders gefragt sind Kleidung, Schuhe und Accessoires. Danach folgen Elektronik, Medienangebote sowie Beauty- und Pflegeprodukte.

Die Studie beschreibt nicht nur neue Einkaufsgewohnheiten, sondern auch Risiken. 1,2 Prozent der Zehn- bis 17-Jährigen gelten nach der Auswertung als problematische Online-Käufer. Bei den 14- bis 17-Jährigen ist der Anteil mit 1,6 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei den Zehn- bis 13-Jährigen mit 0,7 Prozent. Mädchen sind mit 1,3 Prozent etwas häufiger betroffen als Jungen mit 1,0 Prozent.

Mit dem Alter wird Online-Shopping üblicher. Von den 14- bis 17-Jährigen kaufen 28,5 Prozent mindestens einmal im Monat online ein, bei den Zehn- bis 13-Jährigen sind es 11,3 Prozent. Nach Amazon, Zalando und eBay gehören auch Temu und Shein zu den beliebtesten Plattformen. Sie locken mit niedrigen Preisen, sind stark in sozialen Medien präsent und nutzen Elemente, die zum Weiterklicken und Kaufen verleiten.

Die DAK-Gesundheit sieht darin eine Aufgabe für Eltern, Schulen und Politik. Kinder und Jugendliche müssten lernen, Werbung und geschäftliche Interessen in sozialen Medien besser zu erkennen. Medienkompetenz sei deshalb auch Verbraucherschutz.

Die Ergebnisse stammen aus der achten Erhebungswelle der DAK-Mediensuchtstudie. Befragt wurde 2025 eine repräsentative Gruppe von Kindern und Jugendlichen zwischen zehn und 17 Jahren sowie jeweils ein Elternteil. Erstmals ging es dabei auch um Online-Shopping und digitales Kaufverhalten.

Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung der DAK-Gesundheit; redaktionell bearbeitet.

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