Werden Sie Unterstützer:in von O-T(h)öne
Machen Sie mit bei „Die Berichterstattung von O-T(h)öne ist mir etwas wert“. Ihre Mithilfe trägt dazu bei, dieses Angebot fortzuführen.


Nach der verlorenen Oberbürgermeisterwahl hätte die CSU auf das Bürgermeisteramt verzichten und in die Opposition gehen müssen. Davon ist Albert Wittmann (CSU), Stadtrat und früherer Zweiter Bürgermeister, heute überzeugt. Auf die Frage von O-T(h)öne, ob es ein Fehler gewesen sei, dass die CSU während der Amtszeit des damaligen Oberbürgermeisters Christian Scharpf (SPD) einen Bürgermeister stellte, antwortet Wittmann: „Wenn Sie mich fragen, ja.“
Für Wittmann hätte die Wahlniederlage einen klaren Schnitt bedeuten müssen. Nachdem die CSU das Bürgermeisteramt übernommen hatte, habe es geheißen, man müsse weiter zusammenarbeiten, schließlich sitze man „doch auch im Rathaus“. „Nach dieser verheerenden Wahlniederlage hätte es aus meiner Sicht nur eins gegeben, zu sagen: Wir ziehen die Konsequenzen, wir gehen in die Opposition. Nicht Fundamentalopposition, sondern konstruktive Opposition.“
Christian Lösel (CSU), Alt-Oberbürgermeister und Stadtrat, ergänzt die damaligen Mehrheitsverhältnisse. Die CSU sei mit weiteren Parteien in der Minderheit gewesen, die Mehrheit hätten andere Parteien gestellt. Deshalb sei es teilweise sogar „irrelevant“ gewesen, ob die CSU mitgestimmt habe oder nicht.
Nicht einmal eine ganze Amtsperiode später stellt die CSU selbst wieder den Oberbürgermeister, in Zeiten der Finanzkrise im Ingolstädter Rathaus.
Bei den anstehenden Einschnitten setzt Wittmann klare Prioritäten. Seine Reihenfolge beschreibt, was für ihn Vorrang hat – nicht, wo zuerst gespart werden soll: „Nummer 1 Klinikum, Nummer 2 Kitas und Schulen.“ Danach folgen „Kultur, Sport und Freizeit“. Kultur, Sport und Freizeit wolle er nicht gegeneinander gewichten, sondern auf einer Ebene sehen.
Welche Angebote konkret betroffen sein könnten, sagt Wittmann nicht. Es gehe dabei nicht nur um „Nice-to-have“, sondern auch um Dinge, die zu einer Stadtgesellschaft einfach dazugehörten und die man sich künftig möglicherweise nicht mehr leisten könne. „Das wird wehtun. Das wird verdammt wehtun.“
Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.
Anmerkung der Redaktion: Mit diesem Beitrag endet unsere Artikelreihe zu dem fast dreieinhalbstündigen Gespräch vom vergangenen Freitag mit CSU-Fraktionsvorsitzendem Christopher Hofmann sowie den Stadträten Albert Wittmann und Christian Lösel. In den vergangenen Beiträgen haben wir unter anderem über die Finanzlage und Haushaltskonsolidierung, Personal- und Verwaltungskosten, Steuern und Gebühren, Wirtschaft und Arbeitsplätze, Wirtschaftsförderung und Technologietransfer, das Klinikum und die Notfallversorgung, die weitere Entwicklung der Kliniklandschaft sowie Transparenz und politische Entscheidungswege berichtet. Die Artikel der Reihe finden Sie auf www.o-thoene.de.
Weitere Fraktionen des Ingolstädter Stadtrates sind ebenfalls zu ausführlichen Gesprächen angefragt. Auch über diese wird dann in gleicher Form berichtet. Zusagen liegen O-T(h)öne von diesen derzeit bisher nicht vor.