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Zu Hause lernen, arbeiten und Corona bekämpfen

Zu Hause lernen, arbeiten und Corona bekämpfen

O-T(h)öne gibt Fraktionen und Gruppierungen im Ingolstädter Stadtrat, sowie ausgewählten Personen des gesellschaftlichen Lebens und aus dem journalistischen Bereich, in der Rubrik "Aus fremder Feder", die Möglichkeit eines Gastkommentars zur Ingolstädter Kommunalpolitik. Das Thema ist durch den Gastkommentator frei wählbar, ebenso die Länge des Textes. Die Veröffentlichung erfolgt nicht redigiert und ungekürzt. Die Verantwortung für den Inhalt trägt allein der Verfasser des Gastkommentars.

Gastkommentar von

Alfred Grob, Vorsitzender der CSU-Stadtratsfraktion


Corona hat uns alle, unser Leben und Arbeiten, unsere Freizeit und unsere Hobbies fest im Griff. Seit dem 16. Dezember gilt der harte Lockdown in Deutschland. Das öffentliche Leben wurde drastisch heruntergefahren und eingeschränkt.  Einzelhandel, Gastronomie, Frisöre, Kunstschaffende, Fitnessstudios und viele andere fürchten und kämpfen um Ihre Existenz – trotz finanzieller Unterstützungen oder Überbrückungshilfen.

In Bayern werden inzwischen 9.283 Personen gezählt, die mit und an SARS-CoV-2 verstorben sind, wie es das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bürokratisch-nüchtern formuliert, allein in Ingolstadt 78.  Zahlen und Fakten, hinter denen Lebensschicksale stehen, Trauer und Leid in vielen Familien.

Die Infektionszahlen gehen gottlob langsam, aber stetig zurück. Die restriktiven und harten Einschränkungen der Infektionsschutzbestimmungen in den vergangenen Wochen, wie Kontakt- und Mobilitätsbeschränkungen, Ausgangsverbote, Hotspotstrategien mit 15-Kilometerbeschränkungen, greifen. Um es ganz klar beim Namen zu nennen, ich stehe hinter diesen, zeitlich begrenzten Maßnahmen, um Todesfälle zu vermeiden und Leben zu retten. Gleichzeitig bin ich aber auch erleichtert, dass in Bayern keine noch härteren Einschränkungen im persönlichen und privaten Bereich durch den aktuellen Beschluss der Kanzlerin und der Regierungschefinnen und -chefs der Länder dazu kommen.

Allerdings sehe ich Möglichkeiten, im Arbeitsumfeld Kontakte zu vermeiden und das Infektionsrisiko zu mindern. Der Ruf nach mehr Möglichkeiten, tägliche Arbeiten auch im Homeoffice zu erledigen, wurde gehört. So wird es eine Verordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales geben, wonach Arbeitgeber ihren Beschäftigten überall da, wo es möglich ist, Homeoffice zuzulassen, diese auch ermöglichen müssen. Diese Verordnung soll bis 15.März befristet sein. Dies ist ein deutlicher Aufruf zu mehr Heimarbeit; ich sehe weiter eine gute Basis, dass sich Chefs und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammensetzen, um kluge Lösungen zu finden, wie man auch in Wechselkonzepten von Präsenz und Heimarbeit gute Arbeitsergebnisse und gute Arbeitsbedingungen schaffen kann. Über allem steht aber der Gedanke, weitere Kontakte am Arbeitsplatz und auf dem Weg dorthin zu vermeiden und das Infektionsrisiko einzudämmen.  Von einer Pflicht, einem "Muss" zur Umsetzung oder einem rechtlich verbindlichem Homeoffice-Anspruch halte ich wenig. Hier müssen die jeweiligen Verhältnisse des Arbeitsplatzes und des jeweiligen Betriebes analysiert und berücksichtigt werden. Ich bin aber überzeugt, dass viele Arbeitgeber diesen Appell sehr ernst nehmen und die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für mehr Heimarbeit schaffen.

Nicht zu vergessen ist gerade jetzt die Herausforderung, der sich alle Familien mit Kindern in Kitas oder beispielsweise im Grundschulalter stellen müssen, die Betreuung und Homeschooling parallel zur Arbeit zu schaffen. Homeoffice ist gerade auch hier ein bedeutender Beitrag, um Familie und Beruf, Kinderbetreuung und Arbeit in Einklang zu bringen. Hierzu ist sicher auch Vertrauen erforderlich, dass unter geänderten Rahmenbedingungen engagiert gearbeitet wird und gute Arbeitsergebnisse erzielt werden. Gemeinsame Zielvereinbarungen zu  Zeit, Umfang und Qualität der zu leistenden Arbeit können hier dienlich sein und mögliche Vorbehalte abbauen.

In jedem Falle bin ich überzeugt, dass nach der Corona-Pandemie auch positive Erfahrungen bestehen bleiben, die die Arbeitswelt beeinflussen werden. Ich denke an positive Effekte durch Videokonferenzen oder Telefonschaltungen anstelle von bundes- oder europaweiten Meetings. Auch der Anteil von Homeoffice wird sich erhöhen.  Ich denke an ausgefeilte Mischkonzepte, die sowohl Präsenz im Büro und Homeoffice im Wechsel zulassen.

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