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Am heutigen Freitag berät der Bundestag über die geplante Reform der privaten Altersvorsorge. Im Zentrum steht ein staatlich organisierter Standardfonds, den die SPD in den Entwurf eingebracht hat.
Der Ökonom Peter Haan vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) sieht darin zwar Fortschritte, äußert aber deutliche Zweifel. Das geplante Altersvorsorgedepot könne die Verbreitung privater Vorsorge stärken. Positiv bewertet er insbesondere den Wegfall der Beitragsgarantie, der renditestärkere Anlagestrategien ermöglichen soll.
Kritisch sieht Haan jedoch die vorgesehene Kostenobergrenze von einem Prozent. Vor allem bleibe das zentrale Problem ungelöst: Die private Altersvorsorge sei ungleich verteilt und werde gerade von Haushalten mit niedrigen Einkommen zu selten genutzt – obwohl dort das Risiko von Altersarmut besonders hoch sei. Freiwillige Anreize hätten daran bislang wenig geändert. Wer diese Lücke schließen wolle, komme an verpflichtenden Lösungen kaum vorbei, so Haan. Zudem bemängelt der Ökonom das Vorgehen der Bundesregierung. Eine eingesetzte Kommission soll erst bis Mitte 2026 klären, wie die Altersvorsorge insgesamt ausgestaltet werden soll. Einzelne Reformschritte vorab zu beschließen, schaffe Fakten ohne abgestimmtes Gesamtkonzept.
Transparenzhinweis: Der Artikel basiert auf einer Mitteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin); redaktionell bearbeitet.