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Zwischen Rettungspaket und Routinegeschäft

Während im Finanzausschuss noch über Sparzwang und Konsolidierung gestritten wurde, lag bereits der nächste finanzielle Kraftakt auf dem Tisch: der Jahresabschluss der Ingolstädter Kommunalbetriebe (INKB) für 2024/25. Der Punkt wurde am 10. Dezember vorberaten, die Entscheidung fällt im Stadtrat am 18. Dezember.

Die Zahlen sind deutlich. INKB weist für das abgelaufene Wirtschaftsjahr einen Bilanzverlust von rund 16,1 Millionen Euro aus. 566.510 Euro sollen über die Auflösung von Rücklagen gedeckt werden; der verbleibende Betrag wird als Verlustvortrag auf neue Rechnung vorgetragen.

Noch schwerer wiegen die vorgesehenen Kapitalbewegungen. INKB soll zum Verlustausgleich im Geschäftsbereich Freizeit, Verkehr und Telekommunikation eine Einlage von 10,26 Millionen Euro in die Kapitalrücklage der Stadtwerke Ingolstadt Beteiligungen GmbH leisten. Parallel dazu will die Stadt Ingolstadt eine Kapitaleinlage von 17,5 Millionen Euro zur Liquiditätssicherung dieses Bereichs erbringen. Die Mittel sind im Nachtragshaushalt 2025 veranschlagt.

Auch die Stadtwerke Ingolstadt Freizeitanlagen GmbH weist rote Zahlen aus. Der Jahresverlust von 12,67 Millionen Euro soll gemäß Ergebnisabführungsvertrag vollständig ausgeglichen werden. Der Verlustausgleich entfällt laut Vorlage überwiegend auf Bäder (10,445 Millionen Euro) sowie auf Saturn-Arena und Zweite Eishalle (2,229 Millionen Euro).

Hinzu kommen Rückerstattungen und Nachzahlungen aus dem Kostenersatz für städtische Aufgaben wie Straßenreinigung, Entwässerung und Winterdienst – je nach Bereich mit unterschiedlichen Salden.

Der Befund passt zur Debatte um den Stadthaushalt: Während der Stadtrat noch über Einschnitte und Prioritäten ringt, sind Kapitalmaßnahmen und Verlustausgleiche bereits in Beschlussform gegossen – mit festen Terminen und festgelegten Summen. Sie engen den finanziellen Spielraum der Stadt weiter ein.

Transparenzhinweis: Eigene Berichterstattung.

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