Deutschland nicht ausreichend barrierefrei

Anlässlich des heutigen Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung weist der Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP) auf die bestehenden Barrieren und Defizite bei der gesundheitlichen Versorgung von Menschen mit Behinderungen hin. „Für Menschen mit Behinderungen ist es oftmals schwierig, die benötigte ärztliche Behandlung und medizinische Diagnostik zu erhalten“, erklärt der erste Vorsitzende des CBP, Wolfgang Tyrychter, „sie stoßen an vielen Stellen auf Hürden.“ Der CBP fordert daher von der Politik die umfassende Schaffung eines barrierefreien und inklusiven Gesundheitswesens. „Es müssen gesundheitspolitische Maßnahmen ergriffen werden, damit Menschen mit Behinderungen uneingeschränkt Zugang zu allen diagnostischen und therapeutischen Leistungen im Gesundheitswesen bekommen“, so Tyrychter weiter.

Der CBP sieht an vielen Stellen erheblichen Nachbesserungsbedarf bei der gesundheitlichen Versorgung von Menschen mit Behinderungen. Beispielsweise sind die allgemeinen Gesundheitsleistungen nur eingeschränkt zugänglich, das Angebot an Gesundheitsdiensten für spezifische und komplexe Bedarfslagen ist nicht ausreichend sowie die Angebote für Menschen mit Behinderungen in ambulanten und stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens unzureichend. Hinzu kommen die fehlende bauliche und räumliche Barrierefreiheit sowie mangelnde Kommunikations- und Umgangskompetenzen. Ebenso ist das medizinische Personal bzgl. bestimmter Krankheitsbilder, Verläufe und Symptomatiken oftmals unzureichend qualifiziert.

Viele weitere Defizite und Barrieren sorgen dafür, dass die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit geistiger, körperlicher, seelischer oder schwerer Mehrfachbehinderung erheblich erschwert ist. Daher fand im Oktober im Bundesministerium für Gesundheit die Auftaktveranstaltung zum Aktionsplan für ein diverses, inklusives und barrierefreies Gesundheitswesen statt, bei der der CBP vertreten war. Das Ministerium möchte im Rahmen des Aktionsplans die Handlungsfelder barrierefreie inklusive Gesundheitsversorgung, Barrierefreiheit in der Langzeitpflege, inklusive Prävention, Inklusion durch Digitalisierung sowie Diversität im Gesundheitswesen in den Blick nehmen. Daneben sollen im Psychiatriedialog die Hilfen für psychisch kranke Menschen weiterentwickelt werden.

Der CBP begrüßt diesen Prozess, der laut Koalitionsvertrag schon bis Ende letzten Jahres hätte abgeschlossen sein sollen, hält einen solchen Aktionsplan jedoch nicht für ausreichend. Barrierefreiheit und Zugänglichkeit müssen bei allen gesetzgeberischen Vorhaben berücksichtigt werden, um tatsächlich ein inklusives Gesundheitswesen zu schaffen. Der CBP als Verband der Erbringer von Leistungen für Menschen mit Behinderungen wird sich auch weiterhin für diese Zielgruppen einsetzen. Sonst besteht die Gefahr, dass ihre Bedürfnisse sonst nicht wahrgenommen werden und ihre besonderen medizinischen und pflegerischen Bedarfe nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Quelle: CBP

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