Diversität in der Pflege ausgezeichnet

„Gemeinsam Vielfalt leben!“: Unter diesem Motto zeichnete die AOK Bayern im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) drei vorbildliche Projekte aus der Pflegebranche aus, die sich gezielt für ein gesundes und vorurteilsfreies Arbeitsumfeld einsetzen. Dabei erstreckt sich der Vielfaltsgedanke über verschiedene Dimensionen. Er reicht von der Herkunft und sexueller Orientierung über Alter und Geschlecht bis hin zur Bildung und Gesundheit. Und entsprechend vielfältig waren auch die Konzepte der Preisträgerinnen und Preisträger. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern, freute sich sehr über die innovativen Ansätze: „Ob queersensible Altenpflege, Inklusion von Pflegekräften mit Beeinträchtigungen oder ein flexibler Mitarbeiterpool für lebensphasenorientiertes Arbeiten: Alle drei Projekte tragen hervorragend zur Gesundheitsförderung der Mitarbeitenden bei und helfen, Pflegekräfte im Alltag zu stärken.“

Zu den diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinnern gehört das AWO-Seniorenheim Königsbrunn. Die Jury überzeugte das Konzept „Queer im Alter – Queersensible Altenpflege und Senior*innentreff für LSBTIQ*“, das sich als Vorreiter einem in der Pflege bisher nahezu unbesetztem Thema widmet. Das Projekt vermittelt einerseits das Wissen um die besonderen Bedürfnisse von LSBTIQ*-Seniorinnen und -Senioren und sensibilisiert andererseits die Pflegeeinrichtung als Ganzes für das Thema. Das Ziel ist, allen Menschen, vor allem aus der LSBTIQ*-Community, das Gefühl und die Sicherheit zu geben, dass sie im AWO Seniorenheim Königsbrunn willkommen sind.

Darüber hinaus wurde das Universitätsklinikum Würzburg ausgezeichnet. Die Jury bewertete die Auseinandersetzung mit dem Thema lebensphasenorientiertes Arbeiten im Rahmen des Projekts „FLEX4UKW-Arbeite wann und wo du willst“ als besonders positiv und innovativ. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Flexpool aus geschultem Pflegepersonal, der den Schwerpunkt auf Diversität, fachlicher Qualifikation, Erfahrung und zeitlicher Verfügbarkeit legt. Durch ihn kann das Klinikum kurz- und langzeitige Personalausfälle kompensieren. Das Konzept sieht vor, dass jede Pflegeperson nur da eingesetzt wird, wo sie Expertise besitzt ist.

Ebenso zu den Preisträgern gehört der Caritasverband für den Landkreis Kelheim e.V. mit seinem inklusiven Projekt in der ambulanten Pflege. Hier werden bei den haushaltsnahen Dienstleistungen, pflegebedürftige Interessenten und arbeitssuchende Menschen mit Beeinträchtigungen zusammengeführt, sodass beiden Personengruppen eine neue Perspektive geboten wird.

Der BGF-Preis „Gesunde Pflege“ wurde dieses Jahr bereits zum dritten Mal vergeben und richtete sich an Krankenhäuser, Pflegeheime und Einrichtungen der ambulanten Pflege in Bayern. Eine Jury aus Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis ermittelte die Gewinnerinnen und Gewinner, die jeweils Preisgelder in Höhe von 5.000 Euro erhalten. Außerdem haben alle Preisträgerinnen und Preisträger die Chance, anschließend am Bundeswettbewerb im Jahr 2024 teilzunehmen. „Mit dem Wettbewerb wollen wir vorbildliche Beispiele bekannt machen, damit auch andere Pflegeeinrichtungen von den Ideen profitieren“, so Stippler.

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