„Klimawerbekampagne ist zu viel des Guten“

In einer Pressemitteilung äußert sich die Stadtratsfraktion der FREIEN WÄHLER zur derzeitigen Klimawerbekampagne der Stadt Ingolstadt wie folgt:

Die Slogans sollen eindringlich sein. „Gut Ding will Eile haben.“ – „Wer rastet, der kostet.“ Oder: „A bisserl was geht nimmer.“ Diese Zitate stehen auf großen Lettern – überall in Ingolstadt verteilt. Mit den Sprüchen will die Stadt aktuell auf ihre Klimaschutzkampagne 2035 aufmerksam machen. Besser wäre jedoch: „Jetzt haben wir die Belehrung.“ – oder die Redensart korrekt wiedergegeben: Jetzt haben wir die Bescherung. Denn außer einer leeren Kampagne tut sich noch nicht wirklich viel in Ingolstadt.

„Klimaschutz geht uns alle an“, sagt Hans Stachel, der Vorsitzende der Ingolstädter Stadtratsfraktion der FREIEN WÄHLER. „Wir brauchen wirklich jeden Ingolstädter für die Klimawende.“ Doch über das Wie gehen die Vorstellungen dann doch weit auseinander. Während die Stadt nun viel Mühen, Energie und Aufwand aufbringt für eine Werbekampagne, hätte Hans Stachel lieber konkrete Maßnahmen gesehen und erwartet. Lediglich mit Marketing sei das Ziel Ingolstadt im Jahr 2035 klimaneutral zu bekommen aktuell völlig unrealistisch und überzogen.

Es kann nicht im Sinn des Klimaschutzes und der Nachhaltigkeit sein, dass der öffentliche Raum geradezu vollgepflastert und gespickt wird mit sinnlosen Plakaten, Bannern, Fahnen, digitalen Inseraten an gewerblichen Werbeflächen, Beschriftungen an Lastenfahrrädern und sicher noch vielem mehr“, kritisiert Hans Stachel. Die eigentlich gut gemeinte Kampagne, die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren, ist somit nichts anderes als eine Verschwendungskampagne und kippt ins Gegenteil. „Man hätte dieses hinausgeworfene Geld ganz gewiss auch anders, nachhaltiger und gezielt für den Umweltschutz, einsetzen können“, sagt Hans Stachel.

Der Vorsitzende der Ingolstädter Stadtratsfraktion der FREIEN WÄHLER sieht dabei weder konkrete Zeitpläne, noch Beschlüsse, noch Finanzmittel und auch keine konkreten, wirklich durchgreifenden Maßnahmen für das Ziel, Ingolstadt bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu bekommen. So sei die nun gezeigte Symbolpolitik mit der Werbekampagne nichts weiter als ein Luftschloss. Wolle die Stadt Ingolstadt 2035 klimaneutral sein, so müsse der geforderte Slogan „Gut Ding will Eile haben“ auch in die Realität mit wirklichen Klimaschutzprojekten umgesetzt werden. „Wenn man erkennt, dass die Ziele nicht bis zum selbst gesetzten Termin erreicht werden können, dann wäre es jetzt schon angebracht, sich ehrlich zu machen“, wird Hans Stachel deutlich. „Andernfalls verliert das gesamte Projekt die Akzeptanz der Bevölkerung – vollmundige Phrasen aus Berlin kommen schon genug!“

Quelle: Unveränderte Übernahme einer Pressemitteilung der Stadtratsfraktion der FREIEN WÄHLER Ingolstadt.

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