Klinikfusion: Das sagen Landräte und Oberbürgermeister

Landräte und Oberbürgermeister äußern sich zum „Gutachten Medizinstrategie für die Region“:

(Die Grafik wurde von der Stadt Ingolstadt zur Verfügung gestellt. Copyright PwC Deutschland)

Alexander Anetsberger, Landrat Eichstätt:

Im Mittelpunkt steht eine hohe Versorgungsqualität für alle Bürgerinnen und Bürger. Das ermöglichen wir durch die intensive Kooperation der Kliniken in der Region 10 und die Spezialisierung an den einzelnen Standorten. Wir bauen den Standort Eichstätt weiter aus, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Der Standort Kösching bleibt auch in Zukunft eine tragende Säule der Gesundheitsversorgung im Landkreis Eichstätt. Deshalb erhalten wir die Notaufnahme und die Geburtsstation, solange der Betrieb personell sichergestellt werden kann. 2. Die Notfallversorgung am Standort Kösching bleibt in jedem Fall auch über das Jahr 2030 hinaus erhalten. Die ambulante medizinische Versorgung wird durch klinikeigene Medizinische Versorgungszentren (MVZs) mit Haus- und Fachärzten in Kösching, Beilngries und Eichstätt sichergestellt.

Peter von der Grün, Landrat Neuburg-Schrobenhausen:

Oberstes Ziel sind für uns die Sicherung und Weiterentwicklung des Standortes Schrobenhausen als Fundament der Gesundheitsversorgung im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Das Gutachten hat für die einzelnen Gebietskörperschaften keinen verbindlichen Charakter. Neben einer engen Zusammenarbeit mit allen oder einzelnen Partnern in der Region betrachten wir auch Kooperationen über die Region hinaus. Abweichend vom allgemeinen Trend war die Leistungsentwicklung in unserem Krankenhaus Schrobenhausen im Geschäftsjahr 2023 deutlich positiv.

Albert Gürtner, Landrat Pfaffenhofen:

Wichtig sind eine gut ausgebaute Notfallversorgung und ein breites, gut ausgebautes medizinisches Angebot. Der Standort Pfaffenhofen wird gestärkt und sogar weiter ausgebaut. Dies erfolgt im Rahmen zusätzlicher OP-Kapazitäten und im Bereich der Überwachungseinheiten. Auch der Erweiterungsbau kann durch die Erhöhung der Bettenanzahl in der Enddarstellung gut ausgelastet werden. Die Entscheidung dazu hat sich deshalb als völlig richtig erwiesen. Wichtig ist dabei vor allem, dass die medizinischen Leistungsbereiche der Ilmtalklinik in Pfaffenhofen im Grunde allesamt erhalten bleiben und von ihrer Kapazität her sogar noch aufgerüstet werden. Der Bau eines ambulanten OP-Saals trägt der Ambulantisierung in der Medizin zusätzlich Rechnung.

Martin Neumeyer, Landrat Kelheim:

Aufgrund der politischen Reformbestrebungen und des wirtschaftlichen Drucks sind Veränderungen unumgänglich. Ich vertraue darauf, dass mit den weiteren beteiligten Kommunen gemeinsam eine zukunftsfähige Lösung entsteht. Nur im Verbund können wir eine bestmögliche und dabei wirtschaftlich tragfähige Versorgung der Bevölkerung gewährleisten. Das angedachte Konzept in Mainburg mit Schwerpunkt Endoprothetik und Orthopädie halte ich für zielführend.

Christian Scharpf, Oberbürgermeister Ingolstadt:

Die Überlegungen des Bundes für eine Krankenhausstrukturreform gehen in die richtige Richtung. Angesichts von zig Millionen Defiziten jedes Jahr können wir aber nicht darauf warten, bis Bund und Länder sich endlich geeinigt haben.  Wir haben uns als Region proaktiv selbst auf den Weg gemacht, mangels strategischer Krankenhausplanung auf Landesebene. Die Tatsache, dass sechs Gebietskörperschaften (vier Landkreise, ein Bezirk und eine kreisfreie Stadt) die Initiative ergreifen und handeln, ist ein Meilenstein in unserer regionalen Zusammenarbeit. Wir müssen unsere Kräfte in der Region bündeln, damit wir auch in Zukunft eine ortsnahe, bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung für unsere Bürgerinnen und Bürger sicherstellen können.  Das Gutachten bringt eine Win-win-Situation für alle Standorte in der Region. Für Ingolstadt wird erreicht, dass die komplexen Fälle im Klinikum versorgt werden, während die Grundversorgung in der Fläche sichergestellt bleibt. Die Aufgaben des Klinikums und der Gesundheitsstandorte in der Region bedingen und ergänzen sich gegenseitig. Eine gezielte Steuerung im Rahmen eines gestuften Versorgungsmodells in der Region wird durch die Empfehlungen des Gutachtens ermöglicht. Das Klinikum ist essenziell angewiesen auf die Zuweisungen der komplexer zu versorgenden Patienten aus der Region. Viele dieser Patienten sind relevant für die Erfüllung von Mindestmengen und Strukturvorgaben. Ohne das Erreichen vorgegebener Fallzahlen können Leistungsbereiche mit kostenintensiver medizinischer Infrastruktur nicht entwickelt werden beziehungsweise aufrechterhalten bleiben.

Quelle: Stadt Ingolstadt.

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